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Warum nennen wir Gott "Vater"?
von Jörg Dechert
Quelle:
http://www.nikodemus.net/341
Frage:
Warum reden wir immer vom Vater, wenn wir Gott meinen? Gibt es eigentlich eine klaren Beweis oder hat sich das einfach so eingebürgert? Warum sagen wir nicht Mutter zu unserem Gott?
(1) Väterliche und mütterliche Beschreibungen im AT
Im Alten Testament offenbart sich Gott den Patriarchen (Abraham, Isaak, Jakob), Mose und anderen als "Ich bin der ich bin" - die Übersetzung des Gottes(Eigen-)namens "Jahweh". Das ist zunächst mal geschlechtsneutral.
Gott werden dabei durchaus auch mütterliche Attribute zugeschrieben ("will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet", Jesaja 66,13).
Auch bei der Erschaffung des Menschen spiegeln sowohl Mann als auch Frau (und in gewisser Weise beide zusammen in einer vollständigeren Weise als einer/eine für sich allein genommen) Eigenschaften Gottes wider: "Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib" (1.Mose 1,27).
(2) Die Vater-Beziehung durch Jesus
Im Neuen Testament führt uns Jesus vor Augen, dass nicht nur er der Sohn Gottes ist, der als Mensch Gott als Vater anredet (eigentlich sogar als "Papa", nämlich hebräisch "Abba", das ist Kleinkindsprache!!), sondern er nimmt alle, die in einer persönlichen Beziehung zu ihm leben, in diese neue Beziehung zu Gott mit hinein (Römer 8,15).
(3) Menschliche und kulturelle Vereinfachungen
In einer Kultur, in der vor allem Männer Entscheidungen treffen, die Familie verteidigen, für den Unterhalt sorgen etc. ist es vermutlich sinnvoller, Gott (der auf einer geistlichen Ebene ja all diese Dinge tut) als Vater zu beschreiben statt als Mutter.
Nur sollten wir uns davor in acht nehmen, der biblischen Offenbarung zu unterstellen, sie hätte rein menschliche Vorstellungen zu einem Gott überhöht. Da nun einmal Männer dominierend waren (sind), ist dieser Gott nun zum "Vater" geworden, aber eigentlich wäre Gott genauso Mutter. Hinter dieser Vorstellung steckt ein Gottesbild, das von der Erkenntnis der Menschen ausgeht, statt von der Selbstoffenbarung eines souveränen Gottes. ("Wir haben Gott nach unserem Bild geschaffen").
(4) Was die biblischen Bilder vermitteln wollen
Die Bibel sagt aber, dass Gott uns nach seinem Bild geschaffen hat, und sie versucht mit menschlichen Begriffen, wie "Vater", zu vermitteln, wie Gott ist. Dabei ist ganz klar, dass solche Beschreibungen wie "Vater", "König", usw. jede für sich genommen nie ausreichen, um unseren Schöpfer zu beschreiben (und das wäre mit "Mutter" auch nicht anders).
Wer wissen will, wie Gott wirklich ist, der muss sich Jesus Christus anschauen, "denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig" (Kolosser 2,9).
Bibelstellen:
1.Mose 1,27 / Jesaja 66,13 / Römer 8,15 / Kolosser 2,9
Quelle: www.nikodemus.net/345
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Quelle:
www.nikodemus.net/341