Dienstag, 11. Januar 2005
Dein Reich komme.
„Denn ihr wisst selbst, liebe Brüder, wie wir Eingang gefunden haben bei euch: Es war nicht vergeblich; denn obgleich wir zuvor in Philippi gelitten hatten und misshandelt worden waren, wie ihr wisst, fanden wir dennoch in unserm Gott den Mut, bei euch das Evangelium zu sagen unter viel Kampf.“
(1. Thess. 2,1–2)
Zum Nachlesen: 1. Korinther 9,19–22
Jetzt oder später?
Von den klassischen Chorälen über die alten „Reichslieder“ aus der Erweckungsbewegung vor über hundert Jahren bis in moderne Anbetungslieder hinein zieht sich als ein roter Faden die Bitte um das Kommen des Reiches Gottes. Was meinen wir damit? Erwarten wir es für das Ende der Zeit oder schon jetzt? Jesus begann sein öffentliches Wirken mit der Ansage: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbei gekommen“ (Mk. 1,15). Ist es also schon da, oder befinden wir uns noch in der Warteschleife? Klarheit ist nötig, damit nicht falsche Erwartungen geschürt werden („wenn wir dies oder das tun, kommt das Reich Gottes bestimmt“) oder auf der anderen Seite Gott für seine Absichten unsere Bereitschaft vermisst („wir ziehen uns zurück, weil die Welt ohnehin den Bach runter geht“). Das Verständnis vom Reich Gottes hat die Haltung von Kirchen und Christen zu Mission und Gesellschaft immer wesentlich beeinflusst.
Vier Säulen
Die biblische Lehre vom Reich Gottes hat mindestens vier Säulen:
1. Das Kommen des endzeitlichen messianischen Reiches wird im Alten Testament angekündigt.
2. Mit und in Jesus bricht die Königsherrschaft Gottes an.
3. Seit Jesus Christus in diese Welt kam ist das Reich Gottes im Kommen – es breitet sich aus, wenn auch oft verborgen und umkämpft.
4. Am Ende der Zeiten richtet Gott – durch das Wiederkommen von Jesus und das Gericht – sein vollkommenes ewiges Reich auf.
Das Reich Gottes ist im Kommen
Die Frage nach dem Wann und Wo, die viele mit den Jüngern stellen (Apg. 1,6), ist nicht mit Datums- und Ortsangabe zu beantworten. Seit Jesus befindet sich das Reich Gottes in einem Prozess der „Durchsetzung“, wie er es selbst im Gleichnis vom Sauerteig (Mt. 13,33) eindrücklich beschreibt: Es durchsetzt alle Bereiche der Welt und Gesellschaft und setzt sich damit mehr und mehr durch – wenn auch durch Krisen und Kampf. Es gibt berechtigte Hoffnung! Evangelisation und gesellschaftliches Engagement lohnen sich. Als Nachfolger von Jesus sind wir Teil dieses Prozesses, indem wir durch die Kraft des Heiligen Geistes weltweit mit Wort und Tat seine Zeugen sind (Apg. 1,8). „Reich-Gottes-Arbeiter“ sind also nicht nur die hauptamtlichen Verkündiger. Beten wir darum, dass Gottes Herrschaft im eigenen Leben, in unserer Umgebung, unserem Ort und Land zum Zuge kommt. Wir können freudig und hingabebereit Gutes und Großes erwarten, weil Gottes Reich auf jeden Fall im Kommen ist!
Gebetsschwerpunkt: Erwartung
Erwartungslosigkeit ist Stillstand und Sünde. Wer nichts mehr erwartet, ist tot. Jesus aber nimmt seine Leute in eine dynamische Hoffnungsbewegung hinein: Gott wird handeln, er baut sein Reich, auch unter uns! Der Heilige Geist will diese Erwartung in uns schüren. Er will uns ausrichten auf das, was Gott in naher Zukunft tut, im eigenen Leben, in der Gemeinde, in unserer Stadt, im Land. Um sein erweckendes Handeln vorzubereiten, sucht er unsere Bereitschaft und unser Gebet.
Wir beten erwartungsvoll
indem wir unsere Herzen und Leiber, unser Gebetsleben und unseren Lebensstil bewusst neu in den Dienst des kommenden Gottesreiches stellen
dass Gottes Reich auch bei uns stärker zum Zuge kommt
dass die Impulse des Reiches Gottes in Gemeinde, Allianz, Ort und Land sich ausbreiten und ihre umgestaltende Kraft entfalten
dass die Freude auf die ewige Gottesherrschaft uns Mut und Kraft in schwierigen Situationen gibt.
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