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Dein Wille geschehe
Mittwoch, 12. Januar 2005

Dein Wille geschehe.

„Gottes guter, gnädiger Wille geschieht auch ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, dass er auch bei uns geschehe.“ (Martin Luther)

Text zur Vertiefung: Jesaja 46,8–13

Wenn etwas vom Willen Gottes so wie im Himmel bereits in dieser Welt geschieht, haben wir ein Stück Himmel auf Erden. Ist das nicht wunderbar? Doch – aber zugleich auch herausfordernd, weil sich Gottes heiliger Wille häufig an unseren Vorstellungen und Wünschen, an unserer Eitelkeit und unserem Hochmut reibt.

Gottes Wille ist bekannt

„Wenn ich bloß wüsste, was Gottes Wille ist!“ Zumeist schwingt in dieser häufig gestellten Frage bereits die Botschaft mit: „Man weiß es ja doch nicht.“ Sicher kann das im Einzelfall ein intensives Suchen und Ringen sein, aber grundsätzlich besteht unser Hauptproblem wohl weniger darin, den Willen Gottes zu erkennen, als darin, das, was wir lange als seinen Willen erkannt haben, auch zu tun. Denn so ungewiss, wie es oft dargestellt wird, ist es ja nicht, sondern die Bibel gibt eine klare Auskunft: „Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1. Timotheus 2,4).

Was zunächst wie eine abstrakte Aussage erscheint, wird konkret in der persönlichen Verbindung mit Jesus Christus. ER ist ja die personifizierte Wahrheit und aus der Gemeinschaft mit ihm ergibt sich nicht nur die ewige Rettung, sondern auch eine bestimmte Art zu leben. Den Rahmen für diese Art, Leben zu gestalten, hat Gott bereits mit den Zehn Geboten abgesteckt. Jesus hat in seiner „Regierungserklärung“, der Bergpredigt (Matthäus 5–7), in Worte gefasst, wie der Wille Gottes im Leben von Menschen konkret wird, die sich ihm anvertrauen und unterordnen. Mit den apostolischen Briefen hilft Gott uns, das in verschiedenen Lebensbereichen umzusetzen.

Aber Moment mal: War es eigentlich richtig, den Willen Gottes direkt mit unserem Leben in Verbindung zu bringen? Geschieht Gottes Wille nicht auch ohne uns? Antwort: Es ist Gottes Wille, uns an der Durchsetzung seines Willens zu beteiligen.

Tu es!

Sich dem Willen eines anderen unterzuordnen ist nicht sehr populär in unserer Zeit. Tatsächlich beugen wir uns zwar fortwährend geradezu unterwürfig dem Willen von Mode- und Meinungsmachern, aber der Theorie nach beschwören wir das selbstbestimmte Leben, und es fällt uns schwer, den Willen Gottes vor unsere Bedürfnisse und Wünsche zu stellen. Aber wir sollten uns dieses Gebet versagen, wenn wir nicht die Bereitschaft mitbringen, den Worten auch Taten folgen zu lassen, wenn wir nicht den Wunsch haben, durch und in unserem Leben den Willen Gottes zur Geltung kommen zu lassen. Wenn wir aber das Vaterunser nicht beten können, können wir gar nicht beten, und darum sind nur gehorsame Täter auch authentische Beter

(Matthäus 7,21–23; 1. Petrus 2,15–17).

Gebetsschwerpunkt: Hingabe

Diese Vaterunser-Bitte ist eine Herausforderung, neu zu vertrauen, dass Gott uns auf jeden Fall Gutes will. Nicht passive religiöse Ergebenheit in ein unpersönliches Schicksal ist gefragt, sondern Mitwirken an der Umsetzung von Gottes Willen. Er möchte mündige Partner und Mitarbeiterinnen, die gerne seinen Willen tun und sich in ihrer Umgebung für die Geltung seiner Maßstäbe einsetzen. Jesus lädt uns ein zum ganzen Vertrauen, das sich in ganzer Hingabe äußert.

Wir geben uns Jesus Christus hin

indem wir ihm neu unser ganzes Vertrauen aussprechen, dass sein Wille für das eigene Leben und diese Welt gut ist

und sagen ihm nach ernsthafter innerer Prüfung, dass wir in allem gerne seinen Willen tun wollen

und bitten um die Kraft seines Geistes, unser Leben in Übereinstimmung zwischen Wort und Tat, zwischen Glaubenstheorie und Lebensstil führen zu können

als Zeuge seiner Liebe und Werkzeug seines Willens an unserem Platz.
 
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