Sonntag, 16. Januar 2005
Dein ist das Reich, und die Kraft,
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
„Dass ich soll gewiss sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und er höret. Denn er selbst hat uns geboten, also zu beten.“
(Martin Luther)
Text zur Vertiefung: 1. Chr. 29,10b–13
Zum Schluss des Vaterunsers wird in Worte gefasst, warum wir uns mit diesen Bitten überhaupt an unseren himmlischen Vater wenden und davon reale Veränderungen erwarten: Er hat die Macht, alles das, worum wir im Auftrag und darum auch im Namen Jesu bitten, zu tun, denn er ist der Herrscher über „das“ Reich. Dieses wird hier gar nicht mehr spezifiziert im Gegenüber zu anderen Reichen, weil vor dem Hintergrund der Regentschaft unseres Gottes keine andere Macht auch nur erwähnenswert ist. Es ist allerdings nicht einfach die Feststellung „Gott ist der Herrscher“, sondern Teil der Anrede Gottes im Gebet: „Dein ist das Reich ...“. Wir machen damit also keine theologisch korrekte Aussage, sondern rufen unserem Herrn zu: „Ja, Herr, du hast ja die Macht, alles das zu tun, was wir gebeten haben.“ Damit schließt sich der Kreis zur vertrauensvollen Vater-Anrede, mit dem das Gebet eröffnet wurde.
Anbetung pur
Indem jede Phrase des Vaterunsers modellhaft für eine Art zu beten steht, führt uns dieser letzte Teil in die Anbetung. Anbetung bedeutet: Wir sprechen vor Gott aus, was wir als Glaubende über ihn wissen. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei geht es nicht darum, ob uns die Eigenschaften und Taten, die wir über Gott aussagen, unmittelbar erfreuen. Deswegen ist Anbetung auch kein Mittel zum Zweck emotionaler Rauscherlebnisse, sondern bedeutet, Gott die Ehre zu geben, die ihm zusteht. Dazu gehört auch, dass wir jetzt bereits benennen, was erst später oder erst in der Ewigkeit für jedermann sichtbar werden wird. Unter den gegenwärtigen Umständen ist es eben eine Aussage des Glaubens, dass bei Gott alle Kraft liegt und er in Herrlichkeit regiert. Zu sehen ist das nicht immer. Aber darum ist es umso nötiger, dass auch diese Dinge in dieser Zeit bereits ausgesprochen werden. Das kann geschehen mit eigenen Worten oder Seufzern, aber auch mit biblischen Worten und alten oder neuen Liedern. Kennzeichen einer echten, Gott wohlgefälligen Anbetung ist nicht eine bestimmte Gefühlslage, nicht eine bestimmte Musik oder eine besondere Stimmung, sondern Echtheit und Ehrlichkeit.
AMEN
Und wenn mir dennoch die Worte fehlen? Dann gibt es noch die anderen, die heute für mich mit anbeten. Es gibt die Lieder, die ich, wenn nicht singen so doch lesen oder hören kann. Und ich sage mit allen anderen zusammen dazu AMEN!
Gebetsschwerpunkt: Lobpreis und Anbetung
Wenn wir den dreieinigen Gott loben und preisen, ist das ein Vorgeschmack der Ewigkeit. Diese Ehre kommt ihm einfach zu, ob uns derzeit danach ist oder nicht. Der Lobpreis verbindet uns sowohl mit den anderen Christen weltweit, als auch mit den himmlischen Scharen. Es ist absolut angemessen, diese Gebetswoche nicht mit unseren Wünschen und Bitten an Gott zu beenden, sondern indem wir ihm in der Einheit der Christen alle Ehre geben. Denn sein ist das Reich…
Wir preisen den dreieinigen Gott
in der Gemeinschaft mit den Christen anderer Prägungen und Traditionen in der Evangelischen Allianz und darüber hinaus, vor Ort und weltweit
für das, was er ist und wie er ist, für seine Herrlichkeit und Schönheit, seine Macht und Stärke, sein Erbarmen und seine Zuwendung
dass er Kosmos und Erde, seine Gemeinde und uns als Einzelne zum Ziel bringt.
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