Die Apostelgeschichte des Lukas
strukturierung in Atrbeit ...<
Das 1. Kapitel _______________________________________________________________________
1. Die erste Rede habe ich zwar getan, lieber Theophilus, von alledem, das JESUS anfing, beides, zu tun und zu lehren,
2. bis an den Tag, da er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln (welche er hatte erwählt) durch den Heiligen Geist Befehl gegeben hatte,
3. welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeigt hatte durch mancherlei Erweisung; und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich GOTTES.
4. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehört (sprach er) von mir.
5. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.
6. Die aber, so zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: HERR, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel?
7. Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater in seiner Macht vorbehalten hat,
8. sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird; und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.
9. Und da er solches gesagt hatte, wurde er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.
10. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern,
11. welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr und seht gen Himmel? Dieser JESUS, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren.
12. Da wandten sie sich um gen Jerusalem von dem Berge, der da heißt der Ölberg, welcher nahe ist bei Jerusalem und liegt einen Sabbatweg davon.
13. Und als sie hineinkamen, gingen sie in das Obergeschoss, wo sie sich aufhielten Petrus und Jakobus, Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, des Alphäus Sohn, und Simon Zelotes und Judas, des Jakobus Sohn.
14. Diese alle waren stets beieinander einmütig mit Beten und Flehen samt den Frauen und Maria, der Mutter JESU, und seinen Brüdern.
15. Und in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger und sprach (es war aber die Schar der Namen zuhauf bei hundertundzwanzig)
16. Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllt werden, welche zuvor gesagt hat der Heilige Geist durch den Mund Davids, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die JESUS fingen.
17. Denn er war mit uns gezählt und hatte dieses Amt mit uns bekommen.
18. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn und sich erhenkt und ist mitten entzweigebrochen, und alle seine Eingeweide sind ausgeschüttet.
19. Und es ist bekannt geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also daß derselbige Acker genannt wird auf ihre Sprache Hakeldama, das ist, ein Blutacker.
20. Denn es steht geschrieben im Psalmbuch: Ihre Behausung muss wüst werden, und sei niemand, der drinnen wohne, und sein Amt (Bistum) empfange ein anderer.
21. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der HERR JESUS unter uns ist aus und ein gegangen,
22. von der Taufe des Johannes an bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden.
23. Und sie stellten zwei, Joseph, genannt Barsabas, mit dem Zunamen Just, und Matthias,
24. beteten und sprachen: HERR, aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählt hast unter diesen zweien,
25. daß einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort.
26. Und sie warfen das Los über sie; und das Los fiel auf Matthias. Und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln.
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Das 2. Kapitel
1. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig
beieinander.
2. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen
Windes und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen.
3. Und man sah an ihnen die Zungen zerteilet, als wären sie feurig.
Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen.
4. Und wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an, zu
predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen.
5. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige
Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist.
6. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurden
bestürzt; denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit
seiner Sprache
redeten.
7. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen
untereinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?
8. Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir
geboren sind?
9. Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien
und in Judäa und Kappadozien, Pontus und Asien.
10. Phrygien und Pamphylien, Ägypten und an den Enden der Libyen
bei
Kyrene, und Ausländer von Rom,
11. Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie mit
unsern Zungen die großen Taten GOttes reden.
12. Sie entsetzten sich alle und wurden irre und sprachen einer zu
dem andern: Was will das werden?
13. Die andern aber hatten's ihren Spott und sprachen: Sie sind voll
süßen Weins.
14. Da trat Petrus auf mit den Elfen, hub auf seine Stimme und redete
zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem
wohnet, das sei euch kundgetan, und lasset meine Worte zu euren Ohren
eingehen!
15. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, sintemal es
ist die
dritte Stunde am Tage.
16. Sondern das ist's, das durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist:
17. Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht GOtt, ich will
ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne
und eure
Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte
sehen, und
eure Ältesten sollen Träume haben.
18. Und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in denselbigen
Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.
19. Und ich will Wunder tun oben im Himmel und Zeichen unten auf
Erden: Blut und Feuer und Rauchdampf.
20. Die Sonne soll sich verkehren in Finsternis und der Mond in Blut,
ehe denn der große und offenbarliche Tag des HErrn kommt.
21. Und soll geschehen, wer den Namen des HErrn anrufen wird, soll
selig werden.
22. Ihr Männer von Israel, höret diese Worte: JEsum von Nazareth,
den
Mann von GOtt, unter euch mit Taten und Wundern und Zeichen beweiset,
welche GOtt durch ihn tat unter euch (wie denn auch ihr selbst wisset),
23. denselbigen ( nachdem er aus bedachtem Rat und Vorsehung GOttes
ergeben war) habt ihr genommen durch die Hände der Ungerechten
und ihn
angeheftet und erwürget.
24. Den hat GOtt auferwecket und aufgelöset die Schmerzen des Todes,
nachdem es unmöglich war, daß er sollte von ihm gehalten
werden.
25. Denn David spricht von, ihm: Ich habe den HErrn allezeit
vorgesetzet vor mein Angesicht; denn er ist an meiner Rechten, auf
daß
ich nicht beweget werde.
26. Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge freuet sich;
denn
auch mein Fleisch wird ruhen in der Hoffnung.
27. Denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen, auch nicht
zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.
28. Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen
mit Freuden vor deinem Angesichte.
29. Ihr Männer, liebe Brüder, lasset mich frei reden zu euch
von dem
Erzvater David: Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei
uns bis auf diesen Tag.
30. Als er nun ein Prophet war und wußte, daß ihm GOtt verheißen
hatte
mit einem Eide; daß die Frucht seiner Lenden sollte auf seinem
Stuhl
sitzen,
31. hat er's zuvor gesehen und geredet von der Auferstehung Christi,
daß seine Seele nicht in der Hölle gelassen ist, und sein
Fleisch die
Verwesung nicht gesehen hat.
32. Diesen JEsum hat GOtt auferwecket; des sind wir alle Zeugen.
33. Nun er durch die Rechte GOttes erhöhet ist und empfangen hat
die
Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen
dies, was
ihr sehet und höret.
34. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber: Der
HErr hat gesagt zu meinem HErrn: Setze dich zu meiner Rechten,
35. bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.
36. So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß GOtt diesen
JEsum,
den ihr gekreuzigt habt, zu einem HErrn und Christus gemacht hat.
37. Da sie aber das höreten, ging's ihnen durchs Herz, und sprachen
zu
Petrus und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder,
was sollen
wir tun?
38. Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und lasse sich ein jeglicher
taufen auf den Namen JEsu Christi zur Vergebung der Sünden, so
werdet
ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.
39. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung und aller,
die
ferne sind, welche GOtt, unser HErr, herzurufen wird.
40. Auch mit viel andern Worten bezeugete er und ermahnete und sprach:
Lasset euch helfen von diesen unartigen Leuten!
41. Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen, und
wurden
hinzugetan an dem Tage bei dreitausend Seelen.
42. Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der
Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
43. Es kam auch alle Seelen Furcht an, und geschahen viel Wunder und
Zeichen durch die Apostel.
44. Alle aber, die gläubig waren worden, waren beieinander und
hielten
alle Dinge gemein.
45. Ihre Güter und Habe verkauften sie und teilten sie aus unter
alle,
nachdem jedermann not war.
46. Und sie waren täglich und stets beieinander einmütig im
Tempel und
brachen das Brot hin und her in Häusern,
47. nahmen die Speise und lobeten GOtt mit Freuden und einfältigem
Herzen und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der HErr aber tat hinzu
täglich, die da selig wurden, zu der Gemeinde.
Das 3. Kapitel
1. Petrus aber und Johannes gingen miteinander hinauf in den Tempel um
die neunte Stunde, da man pflegte zu beten.
2. Und es war ein Mann, lahm von Mutterleibe, der ließ sich tragen.
Und sie setzten ihn täglich vor des Tempels Tür, die da heißet
die
schöne, daß er bettelte das Almosen von denen, die in den
Tempel gingen.
3. Da er nun sah Petrus und Johannes, daß sie wollten zum Tempel
hineingehen, bat er um ein Almosen.
4. Petrus aber sah ihn an mit Johannes und sprach: Siehe uns an!
5. Und er sah sie an, wartete, daß er etwas von ihnen empfinge.
6. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber
habe, das gebe ich dir: im Namen JEsu Christi von Nazareth stehe auf
und wandele!
7. Und griff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Alsobald
stunden seine Schenkel und Knöchel fest;
8. sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den
Tempel, wandelte und sprang und lobete GOtt.
9. Und es sah ihn alles Volk wandeln und GOtt loben.
10. Sie kannten ihn auch, daß er's war, der um das Almosen gesessen
hatte vor der schönen Tür des Tempels; und sie wurden voll
Wunderns und
Entsetzens über dem, was ihm widerfahren war.
11. Als aber dieser Lahme, der nun gesund war, sich zu Petrus und
Johannes hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißet
Salomos, und wunderten sich.
12. Als Petrus das sah, antwortete er dem Volk: Ihr Männer von
Israel,
was wundert ihr euch darüber, oder was sehet ihr auf uns, als
hätten
wir diesen wandeln gemacht durch unsere eigene Kraft oder Verdienst?
13. Der GOtt Abrahams und Isaaks und Jakobs, der GOtt unserer Väter,
hat sein Kind JEsum verkläret, welchen ihr überantwortet
und verleugnet
habt vor Pilatus, da derselbe urteilete, ihn loszulassen.
14. Ihr aber verleugnetet den Heiligen und Gerechten und batet, daß
man euch den Mörder schenkte;
15. aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat
GOtt
auferwecket von den Toten; des sind wir Zeugen.
16. Und durch den Glauben an seinen Namen hat er an diesem, den ihr
sehet und kennet, bestätiget seinen Namen; und der Glaube durch
ihn hat
diesem gegeben diese Gesundheit vor euren Augen.
17. Nun, liebe Brüder, ich weiß, daß ihr's durch Unwissenheit
getan
habt wie auch eure Obersten.
18. GOtt aber, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor
verkündiget hat, wie Christus leiden sollte, hat's also erfüllet.
19. So tut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden
vertilget werden,
20. auf daß da komme die Zeit der Erquickung von dem Angesichte
des
HErrn, wenn, er senden wird den, der euch jetzt zuvor geprediget wird,
JEsus Christus,
21. welcher muß den Himmel einnehmen bis auf die Zeit, da
herwiedergebracht werde alles, was GOtt geredet hat durch den Mund
aller seiner heiligen Propheten von der Welt an.
22. Denn Mose hat gesagt zu den Vätern: Einen Propheten wird euch
der
HErr, euer GOtt, erwecken aus euren Brüdern gleichwie mich, den
sollt
ihr hören in allem, was er zu euch sagen wird.
23. Und es wird geschehen, welche Seele denselbigen Propheten nicht
hören wird, die soll vertilget werden aus dem Volk.
24. Und alle Propheten von Samuel an und hernach, wieviel ihrer
geredet haben, die haben von diesen Tagen verkündiget.
25. Ihr seid der Propheten und des Bundes Kinder, welchen GOtt gemacht
hat mit euren Vätern, da er sprach zu Abraham: Durch deinen Samen
sollen gesegnet werden alle Völker auf Erden.
26. Euch zuvörderst hat GOtt auferwecket sein Kind JEsum und hat
ihn
zu euch gesandt, euch zu segnen, daß ein jeglicher sich bekehre
von
seiner Bosheit.
Das 4. Kapitel
1. Als sie aber zum Volk redeten, traten zu ihnen die Priester und der
Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer
2. (die verdroß, daß sie das Volk lehreten und verkündigten
an JEsu
die Auferstehung von den Toten)
3. und legten die Hände an sie und setzten sie ein bis auf den
Morgen;
denn es war jetzt Abend.
4. Aber viele unter denen, die dem Wort zuhöreten, wurden gläubig;
und
ward die Zahl der Männer bei fünftausend.
5. Als es nun kam auf den Morgen, versammelten sich ihre Obersten und
Ältesten und Schriftgelehrten gen Jerusalem:
6. Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alexander,
und wieviel ihrer waren vom Hohenpriestergeschlecht,
7. und stelleten sie vor sich und fragten sie: Aus welcher Gewalt oder
in welchem Namen habt ihr das getan?
8. Petrus, voll des Heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Obersten
des Volks und ihr Ältesten von Israel,
9. so wir heute werden gerichtet über dieser Wohltat an dem kranken
Menschen, durch welche er ist gesund worden,
10. so sei euch und allem Volk von Israel kundgetan, daß in dem
Namen
JEsu Christi von Nazareth, welchen ihr gekreuziget habt, den GOtt von
den Toten auferwecket hat, stehet dieser allhie vor euch gesund.
11. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein
worden ist.
12. Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den
Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden.
13. Sie sahen aber an die Freudigkeit des Petrus und Johannes und
verwunderten sich; denn sie waren gewiß, daß es ungelehrte
Leute und
Laien waren, und kannten sie auch wohl, daß sie mit JEsu gewesen
waren.
14. Sie sahen aber den Menschen, der gesund worden war, bei ihnen
stehen und hatten nichts dawider zu reden.
15. Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Rat und handelten
miteinander und sprachen:
16. Was wollen wir diesen Menschen tun? Denn das Zeichen, durch sie
geschehen, ist kund, offenbar allen, die zu Jerusalem wohnen, und wir
können's nicht leugnen.
17. Aber auf daß es nicht weiter einreiße unter das Volk,
lasset uns
ernstlich sie bedräuen, daß sie hinfort keinem Menschen
von diesem
Namen sagen.
18. Und riefen sie und geboten ihnen, daß sie sich allerdinge
nicht
hören ließen noch lehreten in dem Namen JEsu.
19. Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen:
Richtet ihr selbst, ob's vor GOtt recht sei, daß wir euch mehr
gehorchen denn GOtt.
20. Wir können's ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten,
was wir
gesehen und gehöret haben.
21. Aber sie dräueten ihnen und ließen sie gehen und fanden
nicht, wie
sie sie peinigten, um des Volks willen; denn sie lobeten alle GOtt
über
dem, was geschehen war.
22. Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an welchem dies
Zeichen der Gesundheit geschehen war.
23. Und als man sie hatte lassen gehen, kamen sie zu den Ihren und
verkündigten ihnen, was die Hohenpriester und Ältesten zu
ihnen gesagt
hatten.
24. Da sie das höreten, huben sie ihre Stimme auf einmütiglich
zu GOtt
und sprachen: HErr, der du bist der GOtt, der Himmel und Erde und das
Meer und alles, was drinnen ist, gemacht hat;
25. der du durch den Mund Davids, deines Knechts, gesagt hast: Warum
empören sich die Heiden, und die Völker nehmen vor, was umsonst
ist?
26. Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln
sich zuhaue wider den HErrn und wider seinen Christ:
27. wahrlich ja, sie haben sich versammelt über dein heiliges Kind
JEsum, welchen du gesalbet hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den
Heiden und dem Volk Israel,
28. zu tun, was deine Hand und dein Rat zuvor bedacht hat, das
geschehen sollte.
29. Und nun, HErr, siehe an ihr Dräuen und gib deinen Knechten,
mit
aller Freudigkeit zu reden dein Wort,
30. und strecke deine Hand aus, daß Gesundheit und Zeichen und
Wunder
geschehen durch den Namen deines heiligen Kindes JEsu.
31. Und da sie gebetet hätten, bewegte sich die Stätte; da
sie
versammelt waren; und wurden alle des Heiligen Geistes voll und redeten
das Wort GOttes mit Freudigkeit.
32. Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch
keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären,
sondern es war
ihnen alles gemein.
33. Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der
Auferstehung des HErrn JEsu, und war große Gnade bei ihnen allen.
34. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wieviel
ihrer waren, die da Äcker oder Häuser hatten, verkauften
sie dieselben
und brachten das Geld des verkauften Guts
35. und legten's zu der Apostel Füßen; und man gab einem
jeglichen;
was ihm not war.
36. Joses aber, mit dem Zunamen von den Aposteln genannt Barnabas (das
heißt, ein Sohn des Trostes), vom Geschlecht ein Levit aus Zypern,
37. der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und
legte es zu der Apostel Füßen.
Das 5. Kapitel
1. Ein Mann aber mit Namen Ananias samt seinem Weibe Saphira verkaufte
seine Güter
2. und entwandte etwas vom Gelde mit Wissen seines Weibes und brachte
einen Teil und legte es zu der Apostel Füßen.
3. Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz
erfüllet, daß du dem Heiligen Geist lögest und entwendetest
etwas vom
Gelde des Ackers?
4. Hättest du ihn doch wohl mögen behalten, da du ihn hattest,
und da
er verkauft war, war es auch in deiner Gewalt. Warum hast du denn
solches in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern
GOtt gelogen.
5. Da Ananias aber diese Worte hörete, fiel er nieder und gab den
Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies
höreten.
6. Es stunden aber die Jünglinge auf und taten ihn beiseit und
trugen
ihn hinaus und begruben ihn.
7. Und es begab sich über eine Weile, bei drei Stunden, kam sein
Weib
hinein und wußte nicht, was geschehen war.
8. Aber Petrus antwortete ihr: Sage mir, habt ihr den Acker so teuer
verkauft? Sie sprach: Ja, so teuer.
9. Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr denn eins worden, zu
versuchen den Geist des HErrn? Siehe, die Füße derer, die
deinen Mann
begraben haben, sind vor der Tür und werden dich hinaustragen.
10. Und alsbald fiel sie zu seinen Füßen und gab den Geist
auf. Da
kamen die Jünglinge und fanden sie tot, trugen sie hinaus und
begruben
sie bei ihrem Mann.
11. Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde
und über
alle, die solches höreten.
12. Es geschahen aber viel Zeichen und Wunder im Volk durch der
Apostel Hände, und waren alle in der Halle Salomos einmütiglich.
13. Der andern aber durfte sich keiner zu ihnen tun, sondern das Volk
hielt groß von ihnen.
14. Es wurden aber je mehr zugetan, die da glaubeten an den HErrn,
eine Menge der Männer und der Weiber,
15. also daß sie die Kranken auf die Gassen heraustrugen und legeten
sie auf Betten und Bahren, auf daß, wenn Petrus käme, sein
Schatten
ihrer etliche überschattete.
16. Es kamen auch herzu viele von den umliegenden Städten gen
Jerusalem und brachten die Kranken, und die von unsaubern Geistern
gepeiniget waren; und wurden alle gesund.
17. Es stund aber auf der Hohepriester und alle, die mit ihm waren,
welches ist die Sekte der Sadduzäer, und wurden voll Eifers
18. und legten die Hände an die Apostel und warfen sie in das gemeine
Gefängnis.
19. Aber der Engel des HErrn tat in der Nacht die Tür des Gefängnisses
auf und führete sie heraus und sprach:
20. Gehet hin und tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle Worte
dieses Lebens.
21. Da sie das gehört hatten, gingen sie früh in den Tempel
und
lehreten. Der Hohepriester aber kam, und die mit ihm waren, und riefen
zusammen den Rat und alle Ältesten der Kinder von Israel und sandten
hin zum Gefängnis, sie zu holen.
22. Die Diener aber kamen dar und fanden sie nicht im Gefängnis,
kamen
wieder und verkündigten
23. und sprachen: Das Gefängnis fanden wir verschlossen mit allem
Fleiß und die Hüter außen stehen vor den Türen;
aber da wir auftaten,
fanden wir niemand drinnen.
24. Da diese Rede höreten der Hohepriester und der Hauptmann des
Tempels und andere Hohepriester, wurden sie darüber betreten,
was doch
das werden wollte.
25. Da kam einer dar, der verkündigte ihnen: Siehe, die Männer,
die
ihr ins Gefängnis geworfen habt, sind im Tempel, stehen und lehren
das
Volk.
26. Da ging hin der Hauptmann mit den Dienern und holeten sie, nicht
mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, daß sie
nicht
gesteiniget würden.
27. Und als sie sie brachten, stelleten sie sie vor den Rat. Und der
Hohepriester fragte sie
28. und sprach: Haben wir euch nicht mit Ernst geboten, daß ihr
nicht
sollt lehren in diesem Namen? Und sehet, ihr habt Jerusalem erfüllet
mit eurer Lehre und wollt dieses Menschen Blut über uns führen.
29. Petrus aber antwortete und die Apostel und sprachen: Man muß
GOtt
mehr gehorchen denn den Menschen.
30. Der GOtt unserer Väter hat JEsum auferwecket, welchen ihr erwürget
habt und an das Holz gehänget.
31. Den hat GOtt durch seine rechte Hand erhöhet zu einem Fürsten
und
Heiland, zu geben Israel Buße und Vergebung der Sünden.
32. Und wir sind seine Zeugen über diese Worte und der Heilige
Geist,
welchen GOtt gegeben hat denen, die ihm gehorchen.
33. Da sie das höreten, ging's ihnen durchs Herz, und dachten sie
zu
töten.
34. Da stund aber auf im Rat ein Pharisäer mit Namen Gamaliel,
ein
Schriftgelehrter, wohl gehalten vor allem Volk, und hieß die
Apostel
ein wenig hinaustun
35. und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, nehmet euer selbst
wahr an diesen Menschen, was ihr tun sollt.
36. Vor diesen Tagen stund auf Theudas und gab vor, er wäre etwas,
und
hingen an ihm eine Zahl Männer, bei vierhundert; der ist erschlagen,
und alle, die ihm zufielen, sind zerstreuet und zunichte worden.
37. Danach stund auf Judas aus Galiläa in den Tagen der Schätzung
und
machte viel Volks abfällig ihm nach; und der ist auch umkommen,
und
alle, die ihm zufielen, sind zerstreuet.
38. Und nun sage ich euch: Lasset ab von diesen Menschen und lasset
sie fahren! Ist der Rat oder das Werk aus den Menschen, so wird's
untergehen;
39. ist's aber aus GOtt, so könnet ihr's nicht dämpfen, auf
daß ihr
nicht erfunden werdet, als die wider GOtt streiten wollen.
40. Da fielen sie ihm zu und riefen den Aposteln, stäupeten sie
und
geboten ihnen, sie sollten nicht reden in dem Namen JEsu, und ließen
sie gehen.
41. Sie gingen aber fröhlich von des Rats Angesicht, daß
sie würdig
gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden;
42. und höreten nicht auf alle Tage im Tempel und hin und her in
Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von JEsu Christo.
Das 6. Kapitel
1. In den Tagen aber, da der Jünger viel wurden, erhub sich ein
Murmeln unter den Griechen wider die Hebräer, darum daß
ihre Witwen
übersehen wurden in der täglichen Handreichung.
2. Da riefen die Zwölfe die Menge der Jünger zusammen und
sprachen: Es
taugt nicht, daß wir das Wort GOttes unterlassen und zu Tische
dienen.
3. Darum, ihr lieben Brüder, sehet unter euch nach sieben Männern,
die
ein gut Gerücht haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind,
welche wir bestellen mögen zu dieser Notdurft.
4. Wir aber wollen anhalten am Gebet und am Amt des Worts.
5. Und die Rede gefiel der ganzen Menge wohl, und erwähleten
Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus
und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den
Judengenossen von Antiochien.
6. Diese stelleten sie vor die Apostel und beteten und legten die
Hände auf sie.
7. Und das Wort GOttes nahm zu, und die Zahl der Jünger ward sehr
groß
zu Jerusalem. Es wurden auch viel Priester dem Glauben gehorsam.
8. Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, tat Wunder und große
Zeichen unter dem Volk.
9. Da stunden etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner
und der Kyrener und der Alexanderer und derer, die aus Zilizien und
Asien waren, und befragten sich mit Stephanus.
10. Und sie vermochten nicht, zu widerstehen der Weisheit und dem
Geiste, aus welchem er redete.
11. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben
ihn
gehöret Lästerworte reden wider Mose und wider GOtt.
12. Und bewegten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten;
und traten herzu und rissen ihn hin und führeten ihn vor den Rat;
13. und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch
höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige
Stätte und
das Gesetz.
14. Denn wir haben ihn hören sagen: JEsus von Nazareth wird diese
Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Mose
gegeben hat.
15. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rat saßen, und sahen sein
Angesicht wie eines Engels Angesicht.
Das 7. Kapitel
1. Da sprach der Hohepriester: Ist dem also?
2. Er aber sprach: Liebe Brüder und Väter, höret zu!
GOtt der
Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, da er noch in Mesopotamien
war, ehe er wohnete in Haran,
3. und er sprach zu ihm: Gehe aus deinem Lande und von deiner
Freundschaft und zieh in ein Land, das ich dir zeigen will.
4. Da ging er aus der Chaldäer Lande und wohnete in Haran. Und
von
dannen, da sein Vater gestorben war, brachte er ihn herüber in
dies
Land, darinnen ihr nun wohnet.
5. Und gab ihm kein Erbteil drinnen, auch nicht eines Fußes breit;
und
verhieß ihm, er wollte es geben ihm zu besitzen und seinem Samen
nach
ihm, da er noch kein Kind hatte.
6. Aber GOtt sprach also: Dein Same wird ein Fremdling sein in einem
fremden Lande, und sie werden ihn dienstbar machen und übel handeln
vierhundert Jahre.
7. Und das Volk, dem sie dienen werden, will ich richten, sprach GOtt;
und danach werden sie ausziehen und mir dienen an dieser Stätte.
8. Und gab ihm den Bund der Beschneidung. Und er zeugete Isaak und
beschnitt ihn am achten Tag und Isaak den Jakob und Jakob die zwölf
Erzväter.
9. Und die Erzväter neideten Joseph und verkauften ihn nach Ägypten.
Aber GOtt war mit ihm
10. und errettete ihn aus aller seiner Trübsal und gab ihm Gnade
und
Weisheit vor dem Könige Pharao in Ägypten; der setzte ihn
zum Fürsten
über Ägypten und über sein ganzes Haus.
11. Es kam aber eine teure Zeit über das ganze Land Ägypten
und Kanaan
und eine große Trübsal, und unsere Väter fanden nicht
Fütterung.
12. Jakob aber hörete, daß in Ägypten Getreide wäre,
und sandte unsere
Väter aus aufs erste Mal.
13. Und zum andernmal ward Joseph erkannt von seinen Brüdern und
ward
Pharao Josephs Geschlecht offenbar.
14. Joseph aber sandte aus und ließ holen seinen Vater Jakob und
seine
ganze Freundschaft, fünfundsiebzig Seelen.
15. Und Jakob zog hinab nach Ägypten und starb, er und unsere Väter.
16. Und sind herübergebracht nach Sichem und gelegt in das Grab,
das
Abraham gekauft hatte ums Geld von den Kindern Hemors zu Sichem.
17. Da nun sich die Zeit der Verheißung nahete, die GOtt Abraham
geschworen hatte, wuchs das Volk und mehrete sich in Ägypten,
18. bis daß ein anderer König aufkam, der nichts wußte
von Joseph.
19. Dieser trieb Hinterlist mit unserm Geschlechte und behandelte
unsere Väter übel und schaffte, daß man die jungen
Kindlein hinwerfen
mußte, daß sie nicht lebendig blieben.
20. Zu der Zeit ward Mose geboren und war ein fein Kind vor GOtt und
ward drei Monden ernähret in seines Vaters Hause.
21. Als er aber hingeworfen ward, nahm ihn die Tochter Pharaos auf und
zog ihn auf zu einem Sohn.
22. Und Mose ward gelehret in aller Weisheit der Ägypter und war
mächtig in Werken und Worten.
23. Da er aber vierzig Jahre alt ward, gedachte er, zu besehen seine
Brüder, die Kinder von Israel,
24. und sah einen Unrecht leiden. Da überhalf er und rächete
den, dem
Leid geschah, und erschlug den Ägypter.
25. Er meinete aber, seine Brüder sollten's vernehmen, daß
GOtt durch
seine Hand ihnen Heil gäbe; aber sie vernahmen's nicht.
26. Und am andern Tage kam er zu ihnen, da sie sich miteinander
haderten, und handelte mit ihnen, daß sie Frieden hätten,
und sprach:
Liebe Männer, ihr seid Brüder, warum tut einer dem andern
Unrecht?
27. Der aber seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn von sich
und
sprach: Wer hat dich über uns gesetzt zum Obersten und Richter?
28. Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter
tötetest?
29. Mose aber floh über dieser Rede und ward ein Fremdling im Lande
Midian. Daselbst zeugete er zween Söhne.
30. Und über vierzig Jahre erschien ihm in der Wüste auf dem
Berge
Sinai der Engel des HErrn in einer Feuerflamme im Busch.
31. Da es aber Mose sah, wunderte er sich des Gesichtes. Als er aber
hinzuging, zu schauen, geschah die Stimme des HErrn zu ihm:
32. Ich bin der GOtt deiner Väter, der GOtt Abrahams und der GOtt
Isaaks und der GOtt Jakobs. Mose aber ward zitternd und durfte nicht
anschauen.
33. Aber der HErr sprach zu ihm: Zieh die Schuhe aus von deinen Füßen;
denn die Stätte, da du stehest, ist heilig Land.
34. Ich habe wohl gesehen das Leiden meines Volks, das in Ägypten
ist,
und habe ihr Seufzen gehöret und bin herabkommen, sie zu erretten.
Und
nun komm her; ich will dich nach Ägypten senden.
35. Diesen Mose, welchen sie verleugneten und sprachen: Wer hat dich
zum Obersten und Richter gesetzt? den sandte GOtt zu einem Obersten
und
Erlöser durch die Hand des Engels, der ihm erschien im Busch.
36. Dieser führete sie aus und tat Wunder und Zeichen in Ägypten,
im
Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre.
37. Dies ist Mose, der zu den Kindern von Israel gesagt hat: Einen
Propheten wird euch der HErr, euer GOtt, erwecken aus euren Brüdern
gleichwie mich, den sollt ihr hören.
38. Dieser ist's, der in der Gemeinde in der Wüste mit dem Engel
war,
der mit ihm redete auf dem Berge Sinai und mit unsern Vätern;
dieser
empfing das lebendige Wort, uns zu geben;
39. welchem nicht wollten gehorsam werden eure Väter, sondern stießen
ihn von sich und wandten sich um mit ihren Herzen gen Ägypten
40. und sprachen zu Aaron: Mache uns Götter, die vor uns hingehen;
denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus dem Lande Ägypten
geführet hat, widerfahren ist.
41. Und machten ein Kalb zu der Zeit und opferten dem Götzen Opfer
und
freueten sich der Werke ihrer Hände.
42. Aber GOtt wandte sich und gab sie dahin, daß sie dieneten
des
Himmels Heer; wie denn geschrieben stehet in dem Buch des Propheten:
Habt ihr vom Hause Israel die vierzig Jahre in der Wüste mir auch
je
Opfer und Vieh geopfert?
43. Und ihr nahmet die Hütte Molochs an und das Gestirn eures Gottes
Remphan, die Bilder, die ihr gemacht hattet, sie anzubeten; und ich
will euch wegwerfen jenseit Babyloniens.
44. Es hatten unsere Väter die Hütte des Zeugnisses in der
Wüste, wie
er ihnen das verordnet hatte, da er zu Mose redete, daß er sie
machen
sollte nach dem Vorbilde, das er gesehen hatte,
45. welche unsere Väter auch annahmen und brachten sie mit Josua
in
das Land, das die Heiden innehatten, welche GOtt ausstieß vor
dem
Angesichte unserer Väter bis zur Zeit Davids.
46. Der fand Gnade bei GOtt und bat, daß er eine Hütte finden
möchte
dem GOtt Jakobs.
47. Salomo aber bauete ihm ein Haus.
48. Aber der Allerhöchste wohnet nicht in Tempeln, die mit Händen
gemacht sind, wie der Prophet spricht:
49. Der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meiner Füße Schemel;
was
wollt ihr mir denn für ein Haus bauen, spricht der HErr, öder
welches
ist die Stätte meiner Ruhe?
50. Hat nicht meine Hand das alles gemacht?
51. Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren, ihr
widerstrebet allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, also
auch ihr!
52. Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolget und sie
getötet, die da zuvor verkündigten die Zukunft dieses Gerechten,
dessen
Verräter und Mörder ihr nun worden seid?
53. Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Geschäfte und
habt's
nicht gehalten.
54. Da sie solches höreten, ging's ihnen durchs Herz, und bissen
die
Zähne zusammen über ihn.
55. Als er aber voll Heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel und
sah die Herrlichkeit GOttes und JEsum stehen zur Rechten GOttes und
sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur
Rechten GOttes stehen.
56. Sie schrieen aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmeten
einmütiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und
steinigten ihn.
57. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines
Jünglings, der hieß Saulus.
58. Und steinigten Stephanus, der anrief und sprach: HErr JEsu, nimm
meinen Geist auf!
59. Er knieete aber nieder und schrie laut: HErr, behalt ihnen diese
Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er.
Das 8. Kapitel
1. Saulus aber hatte Wohlgefallen an seinem Tode. Es erhub sich aber
zu der Zeit eine große Verfolgung über die Gemeinde zu Jerusalem;
und
sie zerstreueten sich alle in die Länder Judäa und Samarien
ohne die
Apostel.
2. Es bestatteten aber Stephanus gottesfürchtige Männer und
hielten
eine große Klage über ihn.
3. Saulus aber zerstörete die Gemeinde, ging hin und her in die
Häuser
und zog hervor Männer und Weiber und überantwortete sie ins
Gefängnis.
4. Die nun zerstreuet waren, gingen um und predigten das Wort.
5. Philippus aber kam hinab in eine Stadt in Samarien und predigte
ihnen von Christo.
6. Das Volk aber hörete einmütiglich und fleißig zu,
was Philippus
sagte, und sahen die Zeichen, die er tat.
7. Denn die unsaubern Geister fuhren aus vielen Besessenen mit großem
Geschrei; auch viel Gichtbrüchige und Lahme wurden gesund gemacht.
8. Und ward eine große Freude in derselbigen Stadt.
9. Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in derselbigen
Stadt Zauberei trieb und bezauberte das samaritische Volk und gab vor,
er wäre etwas Großes.
10. Und sie sahen alle auf ihn, beide, klein und groß, und sprachen:
Der ist die Kraft GOttes, die da groß ist!
11. Sie sahen aber darum auf ihn, daß er sie lange Zeit mit seiner
Zauberei bezaubert hatte.
12. Da sie aber den Predigten des Philippus glaubten von dem Reich
GOttes und von dem Namen JEsu Christi, ließen sich taufen beide,
Männer
und Weiber.
13. Da ward auch der Simon gläubig und ließ sich taufen und
hielt sich
zu Philippus. Und als er sah die Zeichen und Taten, die da geschahen,
verwunderte er sich.
14. Da aber die Apostel höreten zu Jerusalem, daß Samarien
das Wort
GOttes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes.
15. Welche, da sie hinabkamen, beteten sie über sie, daß
sie den
Heiligen Geist empfingen.
16. (Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein
getauft auf den Namen Christi JEsu.)
17. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den Heiligen
Geist.
18. Da aber Simon sah, daß der Heilige Geist gegeben ward, wenn
die
Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an
19. und sprach: Gebt mir auch die Macht, daß, so ich jemand die
Hände
auflege, derselbige den Heiligen Geist empfange.
20. Petrus aber sprach zu ihm: Daß du verdammet werdest mit deinem
Gelde, daß du meinest GOttes Gabe werde durch Geld erlanget!
21. Du wirst weder Teil noch Anfall haben an diesem Wort; denn dein
Herz ist nicht rechtschaffen vor GOtt.
22. Darum tue Buße für diese deine Bosheit und bitte GOtt,
ob dir
vergeben werden möchte die Tücke deines Herzens.
23. Denn ich sehe, daß du bist voll bitterer Galle und verknüpft
mit
Ungerechtigkeit.
24. Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den HErrn für mich,
daß
der keines über mich komme, davon ihr gesagt habt!
25. Sie aber, da sie bezeuget und geredet hatten das Wort des HErrn,
wandten sie wieder um gen Jerusalem und predigten das Evangelium vielen
samaritischen Flecken.
26. Aber der Engel des HErrn redete zu Philippus und sprach: Stehe auf
und gehe gegen Mittag auf die Straße, die von Jerusalem hinabgehet
gen
Gaza, die da wüste ist.
27. Und er stund auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Mohrenland,
ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Kandaze in Mohrenland,
welcher
war über ihre ganze Schatzkammer, der war kommen gen Jerusalem,
anzubeten,
28. und zog wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten
Jesaja.
29. Der Geist aber sprach zu Philippus: Gehe hinzu und halte dich zu
diesem Wagen.
30. Da lief Philippus hinzu und hörete, daß er den Propheten
Jesaja
las, und sprach: Verstehest du auch, was du liesest?
31. Er aber sprach: Wie kann ich, so mich nicht jemand anleitet? Und
ermahnete Philippus, daß er aufträte und setzte sich zu
ihm.
32. Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser: Er ist wie
ein Schaf, zur Schlachtung geführet, und still wie ein Lamm vor
seinem
Scherer; also hat er nicht aufgetan seinen Mund.
33. In seiner Niedrigkeit ist sein Gericht aufgehoben; wer wird aber
seines Lebens Länge ausreden? Denn sein Leben ist von der Erde
weggenommen.
34. Da antwortete der Kämmerer Philippus und sprach: Ich bitte
dich,
von wem redet der Prophet solches, von ihm selber oder von jemand anders?
35. Philippus aber tat seinen Mund auf und fing von dieser Schrift an
und predigte ihm das Evangelium von JEsu.
36. Und als sie zogen der Straße nach, kamen sie an ein Wasser.
Und
der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß
ich mich
taufen lasse?
37. Philippus aber sprach: Glaubest du von ganzem Herzen, so mag's
wohl sein. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß JEsus Christus
GOttes Sohn ist.
38. Und er hieß den Wagen halten, und stiegen hinab in das Wasser,
beide, Philippus und der Kämmerer; und er taufete ihn.
39. Da sie aber heraufstiegen aus dem Wasser, rückte der Geist
des
HErrn Philippus hinweg, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er
zog
aber seine Straße fröhlich.
40. Philippus aber ward funden zu Asdod und wandelte umher und
predigte allen Städten das Evangelium, bis daß er kam gen
Cäseräa
Das 9. Kapitel
1. Saulus aber schnaubete noch mit Dräuen und Morden wider die Jünger
des HErrn und ging zum Hohenpriester
2. und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß,
so er
etliche dieses Wegs fände, Männer und Weiber, er sie gebunden
führete
gen Jerusalem.
3. Und da er auf dem Wege war und nahe an Damaskus kam, umleuchtete
ihn plötzlich ein Licht vom Himmel.
4. Und er fiel auf die Erde und hörete eine Stimme, die sprach
zu ihm:
Saul, Saul, was verfolgest du mich?
5. Er aber sprach: HErr, wer bist du? Der HErr sprach: Ich bin JEsus,
den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel lecken.
6. Und er sprach mit Zittern und Zagen: HErr, was willst du, daß
ich
tun soll? Der HErr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Stadt;
da
wird man dir sagen, was du tun sollst.
7. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, stunden und
waren
erstarret; denn sie höreten eine Stimme und sahen niemand.
8. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen
auftat, sah er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führeten
ihn gen Damaskus.
9. Und war drei Tage nicht sehend und aß nicht und trank nicht.
10. Es war aber ein Jünger zu Damaskus mit Namen Ananias; zu dem
sprach der HErr im Gesichte: Ananias! Und er sprach: Hier bin ich,
HErr.
11. Der HErr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe hin in die Gasse, die
da heißet die Richtige, und frage in dem Hause Judas nach Saulus
mit
Namen von Tarsus; denn siehe, er betet
12. und hat gesehen im Gesichte einen Mann mit Namen Ananias zu ihm
hineinkommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend
werde.
13. Ananias aber antwortete: HErr, ich habe von vielen gehöret
von
diesem Manne, wieviel Übles er deinen Heiligen getan hat zu Jerusalem.
14. Und er hat allhie Macht von den Hohenpriestern; zu binden alle,
die deinen Namen anrufen.
15. Der HErr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein
auserwählt Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor
den Heiden und vor
den Königen und vor den Kindern von Israel.
16. Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muß um meines Namens
willen.
17. Und Ananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände
auf
ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der HErr hat mich gesandt (der
dir
erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest), daß du wieder
sehend und
mit dem Heiligen Geist erfüllet werdest.
18. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen; und ward
wieder sehend
19. und stund auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und
stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern
zu Damaskus.
20. Und alsbald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige
GOttes Sohn sei.
21. Sie entsetzten sich aber alle, die es höreten, und sprachen:
Ist
das nicht, der zu Jerusalem verstörete alle, die diesen Namen
anrufen,
und darum herkommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern?
22. Saulus aber ward immer kräftiger und trieb die Juden in die
Enge,
die zu Damaskus wohneten, und bewährete es, daß dieser ist
der Christus.
23. Und nach vielen Tagen hielten die Juden einen Rat zusammen, daß
sie ihn töteten.
24. Aber es ward Saulus kundgetan, daß sie ihm nachstelleten.
Sie
hüteten aber Tag und Nacht an den Toren, daß sie ihn töteten.
25. Da nahmen ihn die Jünger bei der Nacht und taten ihn durch
die
Mauer und ließen ihn in einem Korbe hinab.
26. Da aber Saulus gen Jerusalem kam, versuchte er, sich zu den
Jüngern zu tun; und sie fürchteten sich alle vor ihm und
glaubten
nicht, daß er ein Jünger wäre.
27. Barnabas aber nahm ihn zu sich und führete ihn zu den Aposteln
und
erzählete ihnen, wie er auf der Straße den HErrn gesehen,
und er mit
ihm geredet, und wie er zu Damaskus den Namen JEsu frei geprediget
hätte.
28. Und er war bei ihnen und ging aus und ein zu Jerusalem und
predigte den Namen des HErrn JEsu frei.
29. Er redete auch und befragte sich mit den Griechen; aber sie
stelleten ihm nach, daß sie ihn töteten.
30. Da das die Brüder erfuhren, geleiteten sie ihn gen Cäsarea
und
schickten ihn gen Tarsus.
31. So hatte nun die Gemeinde Frieden durch ganz Judäa und Galiläa
und
Samarien und bauete sich und wandelte in der Furcht des HErrn und ward
erfüllet mit Trost des Heiligen Geistes.
32. Es geschah aber, da Petrus durchzog allenthalben, daß er auch
zu
den Heiligen kam, die zu Lydda wohneten.
33. Daselbst fand er einen Mann mit Namen Aneas, acht Jahre lang auf
dem Bette gelegen, der war gichtbrüchig.
34. Und Petrus sprach zu ihm: Änea, JEsus Christus macht dich gesund;
stehe auf und bette dir selber. Und alsobald stund er auf.
35. Und es sahen ihn alle, die zu Lydda und zu Saron wohneten; die
bekehreten sich zu dem HErrn.
36. Zu Joppe aber war eine Jüngerin mit Namen Tabea (welches
verdolmetschet heißt eine Rehe), die war voll guter Werke und
Almosen,
die sie tat.
37. Es begab sich aber zu derselbigen Zeit, daß sie krank ward
und
starb. Da wuschen sie dieselbige und legten sie auf den Söller.
38. Nun aber Lydda nahe bei Joppe ist, da die Jünger höreten,
daß
Petrus daselbst war, sandten sie zween Männer zu ihm und ermahneten
ihn, daß er sich's nicht ließe verdrießen, zu ihnen
zu kommen.
39. Petrus aber stund auf und kam mit ihnen. Und als er hinkommen war,
führeten sie ihn hinauf auf den Söller, und traten um ihn
alle Witwen,
weineten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, welche die Rehe
machte,
als sie bei ihnen war.
40. Und da Petrus sie alle hinausgetrieben hatte, kniete er nieder,
betete und wandte sich zu dem Leichnam und sprach: Tabea, stehe auf!
Und sie tat ihre Augen auf; und da sie Petrus sah, setzte sie sich
wieder.
41. Er aber gab ihr die Hand und richtete sie auf und rief die
Heiligen und die Witwen und stellete sie lebendig dar.
42. Und es ward kund durch ganz Joppe, und viele wurden gläubig
an den
HErrn.
43. Und es geschah, daß er lange Zeit zu Joppe blieb bei einem
Simon,
der ein Gerber war.
Das 10. Kapitel
1. Es war aber ein Mann zu Cäsarea mit Namen Cornelius, ein Hauptmann
von der Schar, die da heißt die welsche,
2. gottselig und gottesfürchtig samt seinem ganzen Hause und gab
dem
Volk viel Almosen und betete immer zu GOtt.
3. Der sah in einem Gesichte offenbarlich um die neunte Stunde am Tage
einen Engel GOttes zu ihm eingehen, der sprach zu ihm: Cornelius!
4. Er aber sah ihn an, erschrak und sprach: HErr, was ist's? Er aber
sprach zu ihm: Dein Gebet und deine Almosen sind hinaufkommen ins
Gedächtnis vor GOtt.
5. Und nun sende Männer gen Joppe und laß fordern Simon mit
dem
Zunamen Petrus,
6. welcher ist zur Herberge bei einem Gerber Simon, des Haus am Meer
liegt; der wird dir sagen, was du tun sollst.
7. Und da der Engel, der mit Cornelius redete, hinweggegangen war,
rief er zween seiner Hausknechte und einen gottesfürchtigen
Kriegsknecht von denen, die auf ihn warteten,
8. und erzählete es ihnen alles und sandte sie gen Joppe.
9. Des andern Tages, da diese auf dem Wege waren und nahe zur Stadt
kamen, stieg Petrus hinauf auf den Söller, zu beten, um die sechste
Stunde.
10. Und als er hungrig ward, wollte er essen. Da sie ihm aber
zubereiteten, ward er entzückt
11. und sah den Himmel aufgetan und herniederfahren zu ihm ein Gefäß
wie ein groß leinen Tuch, an vier Zipfeln gebunden, und ward
niedergelassen auf die Erde.
12. Darinnen waren allerlei vierfüßige Tiere der Erde und
wilde Tiere
und Gewürm und Vögel des Himmels.
13. Und geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petrus, schlachte und
iß!
14. Petrus aber sprach: O nein, HErr; denn ich habe noch nie etwas
Gemeines oder Unreines gegessen.
15. Und die Stimme sprach zum andernmal zu ihm: Was GOtt gereiniget
hat, das mache du nicht gemein.
16. Und das geschah zu drei Malen; und das Gefäß ward wieder
aufgenommen gen Himmel.
17. Als aber Petrus sich in sich selbst bekümmerte, was das Gesicht
wäre, das er gesehen hatte, siehe, da fragten die Männer,
von Cornelius
gesandt, nach dem Hause Simons und stunden an der Tür,
18. riefen und forscheten, ob Simon mit dem Zunamen Petrus allda zur
Herberge wäre.
19. Indem aber Petrus sich besinnet über dem Gesichte, sprach der
Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich.
20. Aber stehe auf, steige hinab und zieh mit ihnen und zweifle
nichts; denn ich habe sie gesandt.
21. Da stieg Petrus hinab zu den Männern, die von Cornelius zu
ihm
gesandt waren, und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr suchet; was ist
die Sache, darum ihr hier seid?
22. Sie aber sprachen: Cornelius, der Hauptmann, ein frommer und
gottesfürchtiger Mann und gutes Gerüchts bei dem ganzen Volk
der Juden,
hat einen Befehl empfangen vom heiligen Engel, daß er dich sollte
fordern lassen in sein Haus und Worte von dir hören.
23. Da rief er sie hinein und herbergete sie. Des andern Tages zog
Petrus aus mit ihnen, und etliche Brüder von Joppe gingen mit
ihm.
24. Und des andern Tages kamen sie gen Cäsarea. Cornelius aber
wartete
auf sie und rief zusammen seine Verwandten und Freunde.
25. Und als Petrus hineinkam, ging ihm Cornelius entgegen und fiel zu
seinen Füßen und betete ihn an.
26. Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Stehe auf; ich bin auch
ein Mensch.
27. Und als er sich mit ihm besprochen hatte, ging er hinein und fand
ihrer viel, die zusammenkommen waren.
28. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, wie es ein ungewohnet Ding ist
einem jüdischen Mann, sich zu tun oder zu kommen zu einem Fremdling;
aber GOtt hat mir gezeiget, keinen Menschen gemein oder unrein zu heißen.
29. Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich bin
hergefordert. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt lassen fordern.
30. Cornelius sprach: Ich habe vier Tage gefastet bis an diese Stunde,
und um die neunte Stunde betete ich in meinem Hause. Und siehe, da
trat
ein Mann vor mich in einem hellen Kleide
31. und sprach: Cornelius, dein Gebet ist erhöret, und deiner Almosen
ist gedacht worden vor GOtt.
32. So sende nun gen Joppe und laß herrufen einen Simon mit dem
Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge in dem Hause des Gerbers Simon
an dem Meer; der wird dir, wenn er kommt, sagen.
33. Da sandte ich von Stund' an zu dir. Und du hast wohl getan, daß
du
kommen bist. Nun sind wir alle hier gegenwärtig vor GOtt, zu hören
alles, was dir von GOtt befohlen ist.
34. Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit
der Wahrheit, daß GOtt die Person nicht ansiehet,
35. sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der
ist
ihm angenehm.
36. Ihr wisset wohl von der Predigt, die GOtt zu den Kindern Israel
gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch JEsum Christum
(
welcher ist ein HErr über alles),
37. die durchs ganze jüdische Land geschehen ist und angefangen
in
Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte:
38. wie GOtt denselbigen JEsum von Nazareth gesalbet hat mit dem
Heiligen Geiste und Kraft; der umhergezogen ist und hat wohlgetan und
gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn
GOtt war
mit ihm.
39. Und wir sind Zeugen alles des, was er getan hat im jüdischen
Lande
und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz gehänget.
40. Denselbigen hat GOtt auferwecket am dritten Tage und ihn lassen
offenbar werden,
41. nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von
GOtt,
die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden
ist von den Toten.
42. Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß
er
ist verordnet von GOtt ein Richter der Lebendigen und der Toten.
43. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle,
die
an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.
44. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf
alle, die dem Wort zuhöreten.
45. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus kommen
waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des
Heiligen
Geistes ausgegossen ward.
46. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und GOtt
hoch
preiseten. Da antwortete Petrus:
47. Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getaufet
werden, die den Heiligen Geist empfangen haben gleichwie auch wir?
48. Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des HErrn. Da baten sie
ihn, daß er etliche Tage dabliebe.
Das 11. Kapitel
1. Es kam aber vor die Apostel und Brüder, die in dem jüdischen
Lande
waren, daß auch die Heiden hätten GOttes Wort angenommen.
2. Und da Petrus hinaufkam gen Jerusalem, zankten mit ihm, die aus der
Beschneidung waren,
3. und sprachen: Du bist eingegangen zu den Männern, die Vorhaut
haben, und hast mit ihnen gegessen!
4. Petrus aber hub an und erzählte es ihnen nacheinander her und
sprach:
5. Ich war in der Stadt Joppe im Gebet und war entzückt und sah
ein
Gesicht, nämlich ein Gefäß herniederfahren wie ein
groß leinen Tuch mit
vier Zipfeln und niedergelassen vom Himmel, und kam bis zu mir.
6. Darein sah ich und ward gewahr und sah vierfüßige Tiere
der Erde
und wilde Tiere und Gewürm und Vögel des Himmels.
7. Ich hörete aber eine Stimme, die sprach zu mir: Stehe auf, Petrus,
schlachte und iß!
8. Ich aber sprach: O nein, HErr; denn es ist nie kein Gemeines noch
Unreines in meinen Mund gegangen.
9. Aber die Stimme antwortete mir zum andernmal vom Himmel: Was GOtt
gereiniget hat, das mache du nicht gemein.
10. Das geschah aber dreimal; und ward alles wieder hinauf gen Himmel
gezogen.
11. Und siehe, von Stund' an stunden drei Männer vor dem Hause,
darinnen ich war, gesandt von Cäsarea zu mir.
12. Der Geist aber sprach zu mir, ich sollte mit ihnen gehen und nicht
zweifeln. Es kamen aber mit mir diese sechs Brüder, und wir gingen
in
des Mannes Haus.
13. Und er verkündigte uns, wie er gesehen hätte einen Engel
in seinem
Hause stehen, der zu ihm gesprochen hätte: Sende Männer gen
Joppe und
laß fordern den Simon mit dem Zunamen Petrus;
14. der wird dir Worte sagen, dadurch du selig werdest und dein ganzes
Haus.
15. Indem aber ich anfing zu reden, fiel der Heilige Geist auf sie
gleichwie auf uns am ersten Anfang.
16. Da dachte ich an das Wort des HErrn, als er sagte: Johannes hat
mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden.
17. So nun GOtt ihnen gleiche Gaben gegeben hat wie auch uns, die da
glauben an den HErrn JEsus Christus, wer war ich, daß ich könnte
GOtt
wehren?
18. Da sie das höreten, schwiegen sie stille und lobeten GOtt und
sprachen: So hat GOtt auch den Heiden Buße gegeben zum Leben!
19. Die aber zerstreuet waren in der Trübsal, so sich über
Stephanus
erhub, gingen umher bis gen Phönizien und Zypern und Antiochien
und
redeten das Wort zu niemand denn allein zu den Juden.
20. Es waren aber etliche unter ihnen, Männer von Zypern und Kyrene,
die kamen gen Antiochien und redeten auch zu den Griechen und predigten
das Evangelium vom HErrn JEsu.
21. Und die Hand des HErrn war mit ihnen, und eine große Zahl
ward
gläubig und bekehrete sich zu dem HErrn.
22. Es kam aber diese Rede von ihnen vor die Ohren der Gemeinde zu
Jerusalem; und sie sandten Barnabas, daß er hinginge bis gen
Antiochien,
23. welcher, da er hinkommen war und sah die Gnade GOttes, ward er
froh und ermahnete sie alle, daß sie mit festem Herzen an dem
HErrn
bleiben wollten.
24. Denn er war ein frommer Mann, voll Heiligen Geistes und Glaubens.
Und es ward ein groß Volk dem HErrn zugetan.
25. Barnabas aber zog aus gen Tarsus, Saulus wieder zu suchen.
26. Und da er ihn fand, führete er ihn gen Antiochien. Und sie
blieben
bei der Gemeinde ein ganzes Jahr und lehreten viel Volks; daher die
Jünger am ersten zu Antiochien Christen genannt wurden.
27. In denselbigen Tagen kamen Propheten von Jerusalem gen Antiochien.
28. Und einer unter ihnen, mit Namen Agabus, stund auf und deutete
durch den Geist eine große Teurung, die da kommen sollte über
den
ganzen Kreis der Erde, welche geschah unter dem Kaiser Claudius.
29. Aber unter den Jüngern beschloß ein jeglicher, nachdem
er
vermochte, zu senden eine Handreichung den Brüdern, die in Judäa
wohneten;
30. wie sie denn auch taten und schickten's zu den Ältesten durch
die
Hand Barnabas und Saulus.
Das 12. Kapitel
1. Um dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche
von
der Gemeinde, sie zu peinigen.
2. Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.
3. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und fing
Petrus auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brote.
4. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängnis und überantwortete
ihn vier Vierteilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte,
ihn
nach Ostern dem Volk vorzustellen.
5. Und Petrus ward zwar im Gefängnis gehalten; aber die Gemeinde
betete ohne Aufhören für ihn zu GOtt.
6. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief
Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und
die
Hüter vor der Tür hüteten das Gefängnis.
7. Und siehe, der Engel des HErrn kam daher, und ein Licht schien in
dem Gemach; und schlug Petrus an die Seite und weckte ihn auf und
sprach: Stehe behende auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen.
8. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und tu deine Schuhe
an! Und
er tat also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge
mir nach!
9. Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß
ihm
wahrhaftig solches geschähe durch den Engel, sondern es deuchte
ihn, er
sähe ein Gesicht.
10. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut und kamen zu der
eisernen Tür, welche zur Stadt führet; die tat sich ihnen
von selber
auf. Und traten hinaus und gingen hin eine Gasse lang; und also bald
schied der Engel von ihm.
11. Und da Petrus zu sich selber kam, sprach er: Nun weiß ich
wahrhaftig, daß der HErr seinen Engel gesandt hat und mich errettet
aus
der Hand des Herodes und von allem Warten des jüdischen Volks.
12. Und als er sich besann, kam er vor das Haus Marias, der Mutter des
Johannes, der mit dem Zunamen Markus hieß, da viele beieinander
waren
und beteten.
13. Als aber Petrus an die Tür klopfete des Tores, trat hervor
eine
Magd, zu horchen, mit Namen Rhode.
14. Und als sie des Petrus Stimme erkannte, tat sie das Tor nicht auf
vor Freuden, lief aber hinein und verkündigte es ihnen, Petrus
stünde
vor dem Tor.
15. Sie aber sprachen zu ihr: Du bist unsinnig. Sie aber bestand
darauf, es wäre also. Sie sprachen: Es ist sein Engel.
16. Petrus aber klopfete weiter an. Da sie aber auftaten, sahen sie
ihn und entsetzten sich.
17. Er aber winkete ihnen mit der Hand, zu schweigen, und erzählte
ihnen, wie ihn der HErr hätte aus dem Gefängnis geführet,
und sprach:
Verkündiget dies Jakobus und den Brüdern. Und ging hinaus
und zog an
einen andern Ort.
18. Da es aber Tag ward, ward nicht eine kleine Bekümmernis unter
den
Kriegsknechten, wie es doch mit Petrus gegangen wäre.
19. Herodes aber, da er ihn forderte und nicht fand, ließ er die
Hüter
rechtfertigen und hieß sie wegführen und zog von Judäa
hinab gen
Cäsarea und hielt allda sein Wesen.
20. Denn er gedachte, wider die von Tyrus und Sidon zu kriegen. Sie
aber kamen einmütiglich zu ihm und überredeten des Königs
Kämmerer,
Blastus, und baten um Frieden, darum daß ihre Lande sich nähren
mußten
von des Königs Land.
21. Aber auf einen bestimmten Tag tat Herodes das königliche Kleid
an,
setzte sich auf den Richterstuhl und tat eine Rede zu ihnen.
22. Das Volk aber rief zu: Das ist GOttes Stimme und nicht eines
Menschen!
23. Alsbald schlug ihn der Engel des HErrn, darum daß er die Ehre
nicht GOtt gab, und ward gefressen von den Würmern und gab den
Geist auf.
24. Das Wort GOttes aber wuchs und mehrete sich.
25. Barnabas aber und Saulus kamen wieder gen Jerusalem und
überantworteten die Handreichung und nahmen mit sich Johannes
mit dem
Zunamen Markus.
Das 13. Kapitel
1. Es waren aber zu Antiochien in der Gemeinde Propheten und Lehrer,
nämlich Barnabas und Simon, genannt Niger, und Lucius von Kyrene
und
Manahen, mit Herodes dem Vierfürsten erzogen, und Saulus.
2. Da sie aber dem HErrn dieneten und fasteten, sprach der Heilige
Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie
berufen habe.
3. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und
ließen
sie gehen.
4. Und wie sie ausgesandt waren vom Heiligen Geist, kamen sie gen
Seleucia, und von dannen schifften sie gen Zypern.
5. Und da sie in die Stadt Salamis kamen, verkündigten sie das
Wort
GOttes in der Juden Schulen; sie hatten aber auch Johannes zum Diener.
6. Und da sie die Insel durchzogen bis zu der Stadt Paphos, fanden sie
einen Zauberer und falschen Propheten, einen Juden, der hieß
Bar - Jehu.
7. Der war bei Sergius Paulus dem Landvogt, einem verständigen
Mann.
Derselbige rief zu sich Barnabas und Saulus und begehrete, das Wort
GOttes zu hören.
8. Da stund ihnen wider der Zauberer Elymas (denn also wird sein Name
gedeutet) und trachtete, daß er den Landvogt vom Glauben wendete.
9. Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll Heiligen Geistes,
sah ihn an
10. und sprach: O du Kind des Teufels, voll aller List und aller
Schalkheit und Feind aller Gerechtigkeit! Du hörest nicht auf,
abzuwenden die rechten Wege des HErrn.
11. Und nun siehe, die Hand des HErrn kommt über dich, und sollst
blind sein und die Sonne eine Zeitlang nicht sehen. Und von Stund'
an
fiel auf ihn Dunkelheit und Finsternis; und ging umher und suchte
Handleiter.
12. Als der Landvogt die Geschichte sah, glaubte er und verwunderte
sich der Lehre des HErrn.
13. Da aber Paulus, und die um ihn waren, von Paphos schifften, kamen
sie gen Perge im Lande Pamphylien. Johannes aber wich von ihnen und
zog
wieder gen Jerusalem.
14. Sie aber zogen durch von Perge und kamen gen Antiochien im Lande
Pisidien und gingen in die Schule am Sabbattage und setzten sich.
15. Nach der Lektion aber des Gesetzes und der Propheten sandten die
Obersten der Schule zu ihnen und ließen ihnen sagen: Liebe Brüder,
wollt ihr etwas reden und das Volk ermahnen, so saget an.
16. Da stund Paulus auf und winkete mit der Hand und sprach: Ihr
Männer von Israel, und die ihr GOtt fürchtet, höret
zu!
17. Der GOtt dieses Volks hat erwählet unsere Väter und erhöhet
das
Volk, da sie Fremdlinge waren im Lande Ägypten, und mit einem
hohen Arm
führete er sie aus demselbigen.
18. Und vierzig Jahre lang duldete er ihre Weise in der Wüste.
19. Und vertilgete sieben Völker in dem Lande Kanaan und teilete
unter
sie nach dem Los jener Lande.
20. Danach gab er ihnen Richter vierhundertundfünfzig Jahre lang,
bis
auf den Propheten Samuel.
21. Und von da an baten sie um einen König. Und GOtt gab ihnen
Saul,
den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Geschlechte Benjamin, vierzig
Jahre lang.
22. Und da er denselbigen wegtat, richtete er auf über sie David
zum
Könige, von welchem er zeugete: Ich habe funden David, den Sohn
Jesses,
einen Mann nach meinem Herzen, der soll tun allen meinen Willen.
23. Aus dieses Samen hat GOtt, wie er verheißen hat, gezeugt JEsum
dem
Volk Israel zum Heiland,
24. als denn Johannes zuvor dem Volk Israel predigte die Taufe der
Buße, ehe denn er anfing.
25. Als aber Johannes seinen Lauf erfüllete, sprach er: Ich bin
nicht
der, dafür ihr mich haltet; aber siehe, er kommt nach mir, des
ich
nicht wert bin, daß ich ihm die Schuhe seiner Füße
auflöse.
26. Ihr Männer, liebe Brüder, ihr Kinder des Geschlechtes
Abraham, und
die unter euch GOtt fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt.
27. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie
diesen nicht kenneten noch die Stimme der Propheten (welche auf alle
Sabbate gelesen werden), haben sie dieselben mit ihrem Urteilen erfüllet.
28. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie
doch Pilatus ihn zu töten.
29. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist,
nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab.
30. Aber GOtt hat ihn auferweckt von den Toten.
31. Und er ist erschienen viel Tage denen, die mit ihm hinauf von
Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen
an das
Volk.
32. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu
unsern Vätern
geschehen ist,
33. daß dieselbige GOtt uns, ihren Kindern, erfüllet hat
in dem, daß
er JEsum auferwecket hat, wie denn im andern Psalm geschrieben stehet:
Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeuget.
34. Daß er ihn aber hat von den Toten auferweckt, daß er
fort nicht
mehr soll verwesen, spricht er also: Ich will euch die Gnade, David
verheißen, treulich halten.
35. Darum spricht er auch am andern Ort: Du wirst es nicht zugeben,
daß dein Heiliger die Verwesung sehe.
36. Denn David, da er zu seiner Zeit gedienet hatte dem Willen GOttes,
ist er entschlafen und zu seinen Vätern getan und hat die Verwesung
gesehen.
37. Den aber GOtt auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht gesehen.
38. So sei es nun euch kund, liebe Brüder, daß euch verkündiget
wird
Vergebung der Sünden durch diesen und von dem allem, durch welches
ihr
nicht konntet im Gesetz Mose's gerecht werden.
39. Wer aber an diesen glaubet, der ist gerecht.
40. Sehet nun zu, daß nicht über euch komme, was in den Propheten
gesagt ist:
41. Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch und werdet zunichte;
denn ich tue ein Werk zu euren Zeiten, welches ihr nicht glauben
werdet, so es euch jemand erzählen wird.
42. Da aber die Juden aus der Schule gingen, baten die Heiden, daß
sie
zwischen Sabbats ihnen die Worte sagten.
43. Und als die Gemeinde der Schule voneinander ging, folgeten Paulus
und Barnabas nach viel Juden und gottesfürchtige Judengenossen.
Sie
aber sagten ihnen und vermahneten sie, daß sie bleiben sollten
in der
Gnade GOttes.
44. Am folgenden Sabbat aber kam zusammen fast die ganze Stadt, das
Wort GOttes zu hören.
45. Da aber die Juden das Volk sahen wurden sie voll Neides und
widersprachen dem, was von Paulus gesagt ward, widersprachen und
lästerten.
46. Paulus aber und Barnabas sprachen frei öffentlich: Euch mußte
zuerst das Wort GOttes gesagt werden; nun ihr es aber von euch stoßet
und achtet euch selbst nicht wert des ewigen Lebens, siehe, so wenden
wir uns zu den Heiden.
47. Denn also hat uns der HErr geboten: Ich habe dich den Heiden zum
Licht gesetzt, daß du das Heil seiest bis an das Ende der Erde.
48. Da es aber die Heiden höreten, wurden sie froh und preiseten
das
Wort des HErrn, und wurden gläubig, wieviel ihrer zum ewigen Leben
verordnet waren.
49. Und das Wort des HErrn ward ausgebreitet durch die ganze Gegend.
50. Aber die Juden bewegten die andächtigen und ehrbaren Weiber
und
der Stadt Obersten und erweckten eine Verfolgung über Paulus und
Barnabas und stießen sie zu ihren Grenzen hinaus.
51. Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen über
sie und kamen
gen Ikonien.
52. Die Jünger aber wurden voll Freuden und Heiligen Geistes.
Das 14. Kapitel
1. Es geschah aber zu Ikonien, daß sie zusammenkamen und predigten
in
der Juden Schule, also daß eine große Menge der Juden und
der Griechen
gläubig ward.
2. Die ungläubigen Juden aber erweckten und entrüsteten die
Seelen der
Heiden wider die Brüder.
3. So hatten sie nun ihr Wesen daselbst eine lange Zeit und lehreten
frei im HErrn, welcher bezeugete das Wort seiner Gnade und ließ
Zeichen
und Wunder geschehen durch ihre Hände.
4. Die Menge aber der Stadt spaltete sich; etliche hielten's mit den
Juden und etliche mit den Aposteln.
5. Da sich aber ein Sturm erhub der Heiden und der Juden und ihrer
Obersten, sie zu schmähen und zu steinigen,
6. wurden sie des inne und entflohen in die Städte des Landes
Lykaonien, gen Lystra und Derbe und in die Gegend umher
7. und predigten daselbst das Evangelium.
8. Und es war ein Mann zu Lystra, der mußte sitzen; denn er hatte
böse
Füße und war lahm von Mutterleibe, der noch nie gewandelt
hatte.
9. Der hörete Paulus reden. Und als er ihn ansah und merkte, daß
er
glaubte, ihm möchte geholfen werden,
10. sprach er mit lauter Stimme: Stehe aufrichtig auf deine Füße!
Und
er sprang auf und wandelte.
11. Da aber das Volk sah, was Paulus getan hatte, huben sie ihre
Stimme auf und sprachen auf lykaonisch: Die Götter sind den Menschen
gleich worden und zu uns herniederkommen.
12. Und nenneten Barnabas Jupiter und Paulus Mercurius, dieweil er das
Wort führete.
13. Der Priester aber Jupiters, der vor ihrer Stadt war, brachte
Ochsen und Kränze vor das Tor und wollte opfern samt dem Volk.
14. Da das die Apostel, Barnabas und Paulus, höreten, zerrissen
sie
ihre Kleider und sprangen unter das Volk, schrieen
15. und sprachen: Ihr Männer, was machet ihr da? Wir sind auch
sterbliche Menschen gleichwie ihr und predigen euch das Evangelium,
daß
ihr euch bekehren sollt von diesen falschen zu dem lebendigen GOtt,
welcher gemacht hat Himmel und Erde und das Meer und alles, was drinnen
ist;
16. der in vergangenen Zeiten hat lassen alle Heiden wandeln ihre
eigenen Wege.
17. Und zwar hat er sich selbst nicht unbezeuget gelassen, hat uns
viel Gutes getan und vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben,
unsere Herzen erfüllet mit Speise und Freude.
18. Und da sie das sagten, stilleten sie kaum das Volk, daß sie
ihnen
nicht opferten.
19. Es kamen aber dahin Juden von Antiochien und Ikonien und
überredeten das Volk und steinigten Paulus und schleiften ihn
zur Stadt
hinaus, meineten, er wäre gestorben.
20. Da ihn aber die Jünger umringeten, stund er auf und ging in
die
Stadt. Und auf den andern Tag ging er aus mit Barnabas gen Derbe.
21. Und predigten derselbigen Stadt das Evangelium und unterweiseten
ihrer viel und zogen wieder gen Lystra und Ikonien und Antiochien,
22. stärketen die Seelen der Jünger und ermahneten sie, daß
sie im
Glauben blieben, und daß wir durch viel Trübsal müssen
in das Reich
GOttes gehen.
23. Und sie ordneten ihnen hin und her Älteste in den Gemeinden,
beteten und fasteten und befahlen sie dem HErrn, an den sie gläubig
worden waren.
24. Und zogen durch Pisidien und kamen nach Pamphylien.
25. Und redeten das Wort zu Perge und zogen hinab gen Attalien.
26. Und von dannen schifften sie gen Antiochien, von dannen sie
verordnet waren durch die Gnade GOttes zu dem Werk, das sie hatten
ausgerichtet.
27. Da sie aber hinkamen, versammelten sie die Gemeinde und
verkündigten, wie viel GOtt mit ihnen getan hatte, und wie er
den
Heiden hätte die Tür des Glaubens aufgetan.
28. Sie hatten aber ihr Wesen allda nicht eine kleine Zeit bei den
Jüngern.
Das 15. Kapitel
1. Und etliche kamen herab von Judäa und lehreten die Brüder:
Wo ihr
euch nicht beschneiden lasset nach der Weise Mose's, so könnet
ihr
nicht selig werden.
2. Da sich nun ein Aufruhr erhub, und Paulus und Barnabas nicht einen
geringen Zank mit ihnen hatten, ordneten sie, daß Paulus und
Barnabas
und etliche andere aus ihnen hinaufzögen gen Jerusalem zu den
Aposteln
und Ältesten um dieser Frage willen.
3. Und sie wurden von der Gemeinde geleitet und zogen durch Phönizien
und Samarien und erzähleten den Wandel der Heiden und machten
große
Freude allen Brüdern.
4. Da sie aber hinkamen gen Jerusalem wurden sie empfangen von der
Gemeinde und von den Aposteln und von den Ältesten. Und sie
verkündigten, wieviel GOtt mit ihnen getan hatte.
5. Da traten auf etliche von der Pharisäer Sekte, die gläubig
waren
worden und sprachen: Man muß sie beschneiden und gebieten, zu
halten
das Gesetz Mose's.
6. Aber die Apostel und die Ältesten kamen zusammen, diese Rede
zu
besehen.
7. Da man sich aber lange gezanket hatte, stund Petrus auf und sprach
zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wisset, daß
GOtt lang vor
dieser Zeit unter uns erwählet hat, daß durch meinen Mund
die Heiden
das Wort des Evangeliums höreten und glaubeten.
8. Und GOtt, der Herzenskündiger, zeugete über sie und gab
ihnen den
Heiligen Geist gleichwie auch uns.
9. Und machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen und reinigte
ihre Herzen durch den Glauben.
10. Was versucht ihr denn nun GOtt mit Auflegen des Jochs auf der
Jünger Hälse welches weder unsere Väter noch wir haben
mögen tragen?
11. Sondern wir glauben, durch die Gnade des HErrn JEsu Christi selig
zu werden gleicherweise wie auch sie.
12. Da schwieg die ganze Menge stille und hörete zu Paulus und
Barnabas, die da erzähleten, wie große Zeichen und Wunder
GOtt durch
sie getan hatte unter den Heiden.
13. Danach, als, sie geschwiegen hatten, antwortete Jakobus und
sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, höret mir zu!
14. Simon hat erzählet, wie aufs erste GOtt heimgesucht hat und
angenommen ein Volk aus den Heiden zu seinem Namen.
15. Und damit stimmen der Propheten Reden, als geschrieben stehet:
16. Danach will ich wiederkommen und will wieder bauen die Hütte
Davids, die zerfallen ist, und ihre Lücken will ich wieder bauen
und
will sie aufrichten,
17. auf daß, was übrig ist von Menschen, nach dem HErrn frage,
dazu
alle Heiden, über welche mein Name genennet ist, spricht der HErr,
der
das alles tut.
18. GOtt sind alle seine Werke bewußt von der Welt her.
19. Darum beschließe ich, daß man denen, so aus den Heiden
zu GOtt
sich bekehren; nicht Unruhe mache,
20. sondern schreibe ihnen, daß sie sich enthalten von Unsauberkeit
der Abgötter und von Hurerei und vom Erstickten und vom Blut.
21. Denn Mose hat von langen Zeiten her in allen Städten, die ihn
predigen, und wird alle Sabbattage in den Schulen gelesen:
22. Und es deuchte gut die Apostel und Ältesten samt der ganzen
Gemeinde, aus ihnen Männer zu erwählen und zu senden gen
Antiochien mit
Paulus und Barnabas, nämlich Judas, mit dem Zunamen Barsabas,
und
Silas, welche Männer Lehrer waren unter den Brüdern.
23. Und sie gaben Schrift in ihre Hand also: Wir, die Apostel und
Ältesten und Brüder, wünschen Heil den Brüdern
aus den Heiden, die zu
Antiochien und Syrien und Zilizien sind.
24. Dieweil wir gehöret haben, daß etliche von den Unsern
sind
ausgegangen und haben euch mit Lehren irregemacht und eure Seelen
zerrüttet und sagen, ihr sollt euch beschneiden lassen und das
Gesetz
halten welchen wir nichts befohlen haben
25. hat es uns gut gedeucht, einmütiglich versammelt, Männer
zu
erwählen und zu euch zu senden mit unsern Liebsten; Barnabas und
Paulus,
26. welche Menschen ihre Seelen dargegeben haben für den Namen
unsers
HErrn JEsu Christi.
27. So haben wir gesandt Judas und Silas, welche auch mit Worten
dasselbige verkündigen werden.
28. Denn es gefällt dem Heiligen Geiste und uns, euch keine
Beschwerung mehr aufzulegen denn nur diese nötigen Stücke,
29. daß ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und
vom
Erstickten und von Hurerei, von welchen, so ihr euch enthaltet, tut
ihr
recht. Gehabt euch wohl!
30. Da diese abgefertigt waren, kamen sie gen Antiochien und
versammelten die Menge und überantworteten den Brief.
31. Da sie den lasen, wurden sie des Trostes froh.
32. Judas aber und Silas, die auch Propheten waren, ermahneten die
Brüder mit vielen Reden und stärketen sie.
33. Und da sie verzogen eine Zeitlang, wurden sie von den Brüdern
mit
Frieden abgefertiget zu den Aposteln.
34. Es gefiel aber Silas, daß er dabliebe.
35. Paulus aber und Barnabas hatten ihr Wesen zu Antiochien, lehreten
und predigten des HErrn Wort samt vielen andern.
36. Nach etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Laß uns
wiederum ziehen und unsere Brüder besehen durch alle Städte,
in welchen
wir des HErrn Wort verkündiget haben, wie sie sich halten.
37. Barnabas aber gab Rat, daß sie mit sich nähmen Johannes,
mit dem
Zunamen Markus.
38. Paulus aber achtete es billig, daß sie nicht mit sich nähmen
einen
solchen, der von ihnen gewichen war in Pamphylien und war nicht mit
ihnen gezogen zu dem Werk.
39. Und sie kamen scharf aneinander, also daß sie voneinander
zogen,
und Barnabas zu sich nahm Markus und schiffte nach Zypern.
40. Paulus aber wählte Silas und zog hin, der Gnade GOttes befohlen
von den Brüdern.
41. Er zog aber durch Syrien und Zilizien und stärkte die Gemeinden.
Das 16. Kapitel
1. Er kam aber gen Derbe und Lystra; und siehe, ein Jünger war
daselbst mit Namen Timotheus, eines jüdischen Weibes Sohn, die
war
gläubig, aber eines griechischen Vaters.
2. Der hatte ein gut Gerücht bei den Brüdern unter den Lystranern
und
zu Ikonien.
3. Diesen wollte Paulus lassen mit sich ziehen und nahm und beschnitt
ihn um der Juden willen, die an demselbigen Ort waren; denn sie wußten
alle, daß sein Vater war ein Grieche gewesen.
4. Als sie aber durch die Städte zogen, überantworteten sie
ihnen, zu
halten den Spruch, welcher von den Aposteln und den Ältesten zu
Jerusalem beschlossen war.
5. Da wurden die Gemeinden im Glauben befestiget und nahmen zu an der
Zahl täglich.
6. Da sie aber durch Phrygien und das Land Galatien zogen, ward ihnen
gewehret von dem Heiligen Geist, zu reden das Wort in Asien.
7. Als sie aber kamen an Mysien, versuchten sie, durch Bithynien zu
reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu.
8. Da sie aber an Mysien vorüberzogen, kamen sie hinab gen Troas.
9. Und Paulus erschien ein Gesicht bei der Nacht; das war ein Mann aus
Mazedonien, der stund und bat ihn und sprach: Komm hernieder nach
Mazedonien und hilf uns!
10. Als er aber das Gesicht gesehen hatte, da trachteten wir alsobald
zu reisen nach Mazedonien, gewiß, daß uns der HErr dahin
berufen hätte,
ihnen das Evangelium zu predigen.
11. Da fuhren wir aus von Troas, und stracks Laufs kamen wir gen
Samothrazien, des andern Tages gen Neapolis
12. und von dannen gen Philippi, welches ist die Hauptstadt des Landes
Mazedonien und eine Freistadt. Wir hatten aber in dieser Stadt unser
Wesen etliche Tage.
13. Am Tage des Sabbats gingen wir hinaus vor die Stadt an das Wasser,
da man pflegte zu beten, und setzten uns und redeten zu den Weibern,
die da zusammenkamen.
14. Und ein gottesfürchtig Weib mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin
aus der Stadt der Thyatirer, hörete zu; welcher tat der HErr das
Herz
auf, daß sie darauf achthatte, was von Paulus geredet ward.
15. Als sie aber und ihr Haus getauft ward, ermahnete sie uns und
sprach: So ihr mich achtet, daß ich gläubig bin an den HErrn,
so kommet
in mein Haus und bleibet allda. Und sie zwang uns.
16. Es geschah aber, da wir zu dem Gebet gingen, daß eine Magd
uns
begegnete, die hatte einen Wahrsagergeist und trug ihren Herren viel
Genieß zu mit Wahrsagen.
17. Dieselbige folgte allenthalben Paulus und uns nach, schrie und
sprach: Diese Menschen sind Knechte GOttes, des Allerhöchsten,
die euch
den Weg der Seligkeit verkündigen!
18. Solches tat sie manchen Tag. Paulus aber tat das weh, und wandte
sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen JEsu
Christi, daß du von ihr ausfahrest! Und er fuhr aus zu derselbigen
Stunde.
19. Da aber ihre Herren sahen, daß die Hoffnung ihres Genießes
war
ausgefahren, nahmen sie Paulus und Silas, zogen sie auf den Markt vor
die Obersten
20. und führeten sie zu den Hauptleuten und sprachen: Diese Menschen
machen unsere Stadt irre und sind Juden
21. und verkündigen eine Weise, welche uns nicht ziemet anzunehmen
noch zu tun, weil wir Römer sind.
22. Und das Volk ward erregt wider sie. Und die Hauptleute ließen
ihnen die Kleider abreißen und hießen sie stäupen.
23. Und da sie sie wohl gestäupet hatten, warfen sie sie ins Gefängnis
und geboten dem Kerkermeister, daß er sie wohl bewahrete.
24. Der nahm solch Gebot an und warf sie in das innerste Gefängnis
und
legte ihre Füße in den Stock.
25. Um die Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobeten GOtt.
Und es höreten sie die Gefangenen.
26. Schnell aber ward ein großes Erdbeben, also daß sich
bewegeten die
Grundfesten des Gefängnisses. Und von Stund' an wurden alle Türen
aufgetan und aller Bande los.
27. Als aber der Kerkermeister aus dem Schlafe fuhr und sah die Türen
des Gefängnisses aufgetan, zog er das Schwert aus und wollte sich
selbst erwürgen; denn er meinete, die Gefangenen wären entflohen.
28. Paulus aber rief laut und sprach: Tue dir nichts Übles; denn
wir
sind alle hier.
29. Er forderte aber ein Licht und sprang hinein und ward zitternd und
fiel Paulus und Silas zu den Füßen
30. und führete sie heraus und sprach: Liebe Herren, was soll ich
tun,
daß ich selig werde?
31. Sie sprachen:. Glaube an den HErrn JEsum Christum, so wirst du und
dein Haus selig.
32. Und sie sagten ihm das Wort des HErrn und allen, die in seinem
Hause waren.
33. Und er nahm sie zu sich in derselbigen Stunde der Nacht und wusch
ihnen die Striemen ab; und er ließ sich taufen und alle die Seinen
alsobald.
34. Und führete sie in sein Haus und setzte ihnen einen Tisch und
freuete sich mit seinem ganzen Hause, daß er an GOtt gläubig
worden war.
35. Und da es Tag ward, sandten die Hauptleute Stadtdiener und
sprachen: Laß die Menschen gehen!
36. Und der Kerkermeister verkündigte diese Rede Paulus: Die
Hauptleute haben hergesandt, daß ihr los sein sollt. Nun ziehet
aus und
gehet hin mit Frieden.
37. Paulus aber sprach zu ihnen: Sie haben uns ohne Recht und Urteil
öffentlich gestäupet, die wir doch Römer sind, und in
das Gefängnis
geworfen und sollten uns nun heimlich ausstoßen? Nicht also,
sondern
lasset sie selbst kommen und uns hinausführen.
38. Die Stadtdiener verkündigten diese Worte den Hauptleuten; und
sie
fürchteten sich, da sie höreten, daß sie Römer
wären,
39. und kamen und ermahneten sie und führeten sie heraus und baten
sie, daß sie auszögen aus der Stadt.
40. Da gingen sie aus dem Gefängnis und gingen zu der Lydia. Und
da
sie die Brüder gesehen hatten und getröstet, zogen sie aus.
Das 17. Kapitel
1. Da sie aber durch Amphipolis und Apollonia reiseten, kamen sie gen
Thessalonich. Da war eine Judenschule.
2. Nachdem nun Paulus gewohnet war ging er zu ihnen hinein und redete
mit ihnen an drei Sabbaten aus der Schrift,
3. tat sie ihnen auf und legte es ihnen vor, daß Christus mußte
leiden
und auferstehen von den Toten, und daß, dieser JEsus, den ich
(sprach
er) euch verkündige, ist der Christus.
4. Und etliche unter ihnen fielen ihm zu und geselleten sich zu Paulus
und Silas, auch der gottesfürchtigen Griechen eine große
Menge, dazu
der vornehmsten Weiber nicht wenig.
5. Aber die halsstarrigen Juden neideten und nahmen zu sich etliche
boshaftige Männer Pöbelvolks, machten eine Rotte und richteten
einen
Aufruhr in der Stadt an und traten vor das Haus Jasons und suchten
sie
zu führen unter das gemeine Volk.
6. Da sie aber sie nicht fanden, schleiften sie den Jason und etliche
Brüder vor die Obersten der Stadt und schrieen: Diese, die den
ganzen
Weltkreis erregen, sind auch herkommen;
7. die herberget Jason; und diese alle handeln wider des Kaisers
Gebot, sagen, ein anderer sei der König, nämlich JEsus.
8. Sie bewegeten aber das Volk und die Obersten der Stadt, die solches
höreten.
9. Und da sie Verantwortung von Jason und den andern empfangen hatten,
ließen sie sie los.
10. Die Brüder aber fertigten alsobald ab bei der Nacht Paulus
und
Silas gen Beröa. Da sie dahinkamen, gingen sie in die Judenschule.
11. Denn sie waren die edelsten unter denen zu Thessalonich; die
nahmen das Wort auf ganz williglich und forscheten täglich in
der
Schrift, ob sich's also verhielte.
12. So glaubten nun viel aus ihnen, auch der griechischen ehrbaren
Weiber und Männer nicht wenig.
13. Als aber die Juden zu Thessalonich erfuhren, daß auch zu Beröa
das
Wort GOttes von Paulus verkündiget würde, kamen sie und bewegten
auch
allda das Volk.
14. Aber da fertigten die Brüder Paulus alsobald ab, daß
er ging bis
an das Meer; Silas aber und Timotheus blieben da.
15. Die aber Paulus geleiteten, führeten ihn bis gen Athen. Und
als
sie Befehl empfingen an den Silas und Timotheus, daß sie aufs
schierste
zu ihm kämen, zogen sie hin.
16. Da aber Paulus ihrer zu Athen wartete, ergrimmete sein Geist in
ihm, da er sah die Stadt so gar abgöttisch.
17. Und er redete zwar zu den Juden und Gottesfürchtigen in der
Schule, auch auf dem Markt alle Tage zu denen, die sich herzufanden.
18. Etliche aber der Epikurer und Stoiker Philosophen zankten mit ihm;
und etliche sprachen: Was will dieser Lotterbube sagen? Etliche aber:
Es siehet, als wollte er neue Götter verkündigen. Das machte,
er hatte
das Evangelium von JEsu und von der Auferstehung ihnen verkündigt.
19. Sie nahmen ihn aber und führeten ihn auf den Richtplatz und
sprachen: Können wir auch erfahren, was das für eine neue
Lehre sei,
die du lehrest?
20. Denn du bringest etwas Neues vor unsere Ohren; so wollten wir
gerne wissen, was das sei.
21. Die Athener aber alle, auch die Ausländer und Gäste, waren
gerichtet auf nichts anderes, denn etwas Neues zu sagen oder zu hören.
22. Paulus aber stund mitten auf dem Richtplatz und sprach: Ihr Männer
von Athen, ich sehe euch, daß ihr in allen Stücken allzu
abergläubisch
seid.
23. Ich bin herdurchgegangen und habe gesehen eure Gottesdienste und
fand einen Altar, darauf war geschrieben: Dem unbekannten GOtt. Nun
verkündige ich euch denselbigen, dem ihr unwissend Gottesdienst
tut.
24. GOtt, der die Welt gemacht hat und alles, was drinnen ist,
sintemal er ein HErr ist Himmels und der Erde, wohnet er nicht in
Tempeln mit Händen gemacht.
25. Sein wird auch nicht von Menschenhänden gepfleget, als der
jemandes bedürfe, so er selber jedermann Leben und Odem allenthalben
gibt.
26. Und hat gemacht, daß von einem Blut aller Menschen Geschlechter
auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt, zuvor versehen,
wie lang und weit sie wohnen sollen,
27. daß sie den HErrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen
und
finden möchten. Und zwar er ist nicht ferne von einem jeglichen
unter
uns;
28. denn in ihm leben, weben und sind wir, als auch etliche Poeten bei
euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.
29. So wir denn göttliches Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen,
die Gottheit sei gleich den güldenen, silbernen und steinernen
Bildern,
durch menschliche Gedanken gemacht.
30. Und zwar hat GOtt die Zeit der Unwissenheit übersehen; nun
aber
gebeut er allen Menschen an allen Enden, Buße zu tun,
31. darum daß er einen Tag gesetzt hat, auf welchen er richten
will
den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem
er's beschlossen hat, und jedermann vorhält den Glauben, nachdem
er ihn
hat von den Toten auferweckt.
32. Da sie höreten die Auferstehung der Toten, da hatten's etliche
ihren Spott; etliche aber sprachen: Wir wollen dich davon weiter hören.
33. Also ging Paulus von ihnen.
34. Etliche Männer aber hingen ihm an und wurden gläubig,
unter
welchen war Dionysius, einer aus dem Rat, und ein Weib mit Namen
Damaris und andere mit ihnen.
Das 18. Kapitel
1. Danach schied Paulus von Athen und kam gen Korinth
2. und fand einen Juden mit Namen Aquila, der Geburt aus Pontus,
welcher war neulich aus Welschland kommen, samt seinem Weibe Priscilla,
darum daß der Kaiser Claudius geboten hatte allen Juden, zu weichen
aus
Rom.
3. Zu denselbigen ging er ein; und dieweil er gleiches Handwerks war,
blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren aber des Handwerks
Teppichmacher.
4. Und er lehrete in der Schule an allen Sabbaten und beredete beide,
Juden und Griechen.
5. Da aber Silas und Timotheus aus Mazedonien kamen, drang Paulus der
Geist, zu bezeugen den Juden JEsum, daß er der Christus sei.
6. Da sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er
die Kleider
aus und sprach zu ihnen: Euer Blut sei über euer Haupt! Ich gehe
von
nun an rein zu den Heiden.
7. Und machte sich von dannen und kam in ein Haus eines mit Namen
Just, der gottesfürchtig war, und desselbigen Haus war zunächst
an der
Schule.
8. Crispus aber, der Oberste der Schule, glaubte an den HErrn mit
seinem ganzen Hause; und viel Korinther, die zuhöreten, wurden
gläubig
und ließen sich taufen.
9. Es sprach aber der HErr durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus:
Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!
10. Denn ich bin mit dir und niemand soll sich unterstehen, dir zu
schaden; denn ich habe ein groß Volk in dieser Stadt.
11. Er saß aber daselbst ein Jahr und sechs Monden und lehrete
sie das
Wort GOttes.
12. Da aber Gallion Landvogt war in Achaja, empörten sich die Juden
einmütiglich wider Paulus und führeten ihn vor den Richterstuhl
13. und sprachen: Dieser überredet die Leute, GOtt zu dienen, dem
Gesetze zuwider.
14. Da aber Paulus wollte den Mund auftun, sprach Gallion zu den
Juden: Wenn es ein Frevel oder Schalkheit wäre, liebe Juden, so
hörete
ich euch billig;
15. weil es aber eine Frage ist von der Lehre und von den Worten und
von dem Gesetze unter euch, so sehet ihr selber zu; ich gedenke darüber
nicht Richter zu sein.
16. Und trieb sie von dem Richterstuhl.
17. Da ergriffen alle Griechen Sostenes, den Obersten der Schule, und
schlugen ihn vor dem Richterstuhl; und Gallion nahm sich's nicht an.
18. Paulus aber blieb noch lange daselbst. Danach machte er seinen
Abschied mit den Brüdern und wollte nach Syrien schiffen und mit
ihm
Priscilla und Aquila. Und er beschor sein Haupt zu Kenchrea; denn er
hatte ein Gelübde.
19. Und kam hinab gen Ephesus und ließ sie daselbst. Er aber ging
in
die Schule und redete mit den Juden.
20. Sie baten ihn aber, daß er längere Zeit bei ihnen bliebe.
Und er
willigte nicht ein,
21. sondern machte seinen Abschied mit ihnen und sprach: Ich muß
allerdinge das künftige Fest zu Jerusalem halten; will's GOtt,
so will
ich wieder zu euch kommen. Und fuhr weg von Ephesus.
22. Und kam gen Cäsarea und ging hinauf und grüßte die
Gemeinde und
zog hinab gen Antiochien.
23. Und verzog etliche Zeit und reisete aus und durchwandelte
nacheinander das galatische Land und Phrygien und stärkte alle
Jünger.
24. Es kam aber gen Ephesus ein Jude mit Namen Apollos, der Geburt von
Alexandrien, ein beredter Mann und mächtig in der Schrift.
25. Dieser war unterweiset den Weg des HErrn und redete mit brünstigem
Geist und lehrete mit Fleiß von dem HErrn und wußte allein
von der
Taufe des Johannes.
26. Dieser fing an, frei zu predigen in der Schule. Da ihn aber Aquila
und Priscilla höreten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den
Weg
GOttes noch fleißiger aus.
27. Da er aber wollte nach Achaja reisen, schrieben die Brüder
und
vermahneten die Jünger, daß sie ihn aufnähmen. Und
als er dahinkommen
war, half er viel denen, die gläubig waren worden durch die Gnade.
28. Denn er überwand die Juden beständiglich und erweisete
öffentlich
durch die Schrift, daß JEsus der Christus sei.
Das 19. Kapitel
1. Es geschah aber, da Apollos zu Korinth war, daß Paulus
durchwandelte die obern Länder und kam gen Ephesus und fand etliche
Jünger.
2. Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, da ihr
gläubig worden seid? Sie sprachen zu ihm: Wir haben auch nie gehört,
ob
ein Heiliger Geist sei.
3. Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft? Sie sprachen:
Auf die Taufe des Johannes.
4. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße
und
sagte dem Volk, daß sie sollten glauben an den, der nach ihm
kommen
sollte, das ist, an JEsum, daß der Christus sei.
5. Da sie das höreten, ließen sie sich taufen auf den Namen
des HErrn
JEsu.
6. Und da Paulus die Hände auf sie legete, kam der Heilige Geist
auf
sie und redeten mit Zungen und weissageten.
7. Und aller der Männer waren bei zwölfen.
8. Er ging aber in die Schule und predigte frei drei Monden lang,
lehrete und beredete sie von dem Reich GOttes.
9. Da aber etliche verstockt waren und nicht glaubten und übel
redeten
von dem Wege vor der Menge, wich er von ihnen und sonderte ab die
Jünger und redete täglich in der Schule eines, der hieß
Tyrannus.
10. Und dasselbige geschah zwei Jahre lang, also daß alle, die
in
Asien wohneten, das Wort des HErrn JEsu höreten, beide, Juden
und
Griechen.
11. Und GOtt wirkete nicht geringe Taten durch die Hände des Paulus,
12. also daß sie auch von seiner Haut die Schweißtüchlein
und Koller
über die Kranken hielten, und die Seuchen von ihnen wichen, und
die
bösen Geister von ihnen ausfuhren.
13. Es unterwanden sich aber etliche der umlaufenden Juden, die da
Beschwörer waren, den Namen des HErrn JEsu zu nennen über
die da böse
Geister hatten, und sprachen: Wir beschwören euch bei JEsu, den
Paulus
prediget.
14. Es waren ihrer aber sieben Söhne eines Juden, Skeva, des
Hohenpriesters, die solches taten.
15. Aber der böse Geist antwortete und sprach: JEsum kenne ich
wohl,
und Paulus weiß ich wohl; wer seid ihr aber?
16. Und der Mensch, in dem der böse Geist war, sprang auf sie und
ward
ihrer mächtig und warf sie unter sich, also daß sie nackend
und
verwundet aus demselbigen Hause entflohen.
17. Dasselbige aber ward kund allen, die zu Ephesus wohneten, beide,
Juden und Griechen; und fiel eine Furcht über sie alle, und der
Name
des HErrn JEsu ward hochgelobet.
18. Es kamen auch viel derer, die gläubig waren worden, und bekannten
und verkündigten, was sie ausgerichtet hatten.
19. Viele aber, die da vorwitzige Kunst getrieben hatten, brachten die
Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich und überrechneten,
was
sie wert waren, und fanden des Geldes fünfzigtausend Groschen.
20. Also mächtig wuchs das Wort des HErrn und nahm überhand.
21. Da das ausgerichtet war, setzte sich Paulus vor im Geiste, durch
Mazedonien und Achaja zu reisen und gen Jerusalem zu wandeln, un