Leseprobe:
"Hell's Bells" (Höllenglocken), "The Number of the Beast" (Die Zahl des Tieres) von Iron Maiden - diese und andere Lieder sang ich immer wieder nach, ohne zu wissen, was für eine Macht die Worte über mein Leben haben sollten. Obwohl ich damals kein Englisch verstand, fand ich später heraus, dass der Text der Lieder seinen Einfluss auf mein Leben hatte.
Aussagen wie "Ich werde mit meinen Freunden in der Hölle sein und dort eine Party feiern" wiederholte ich wörtlich.
War das alles nur ein Spiel oder verbargen sich vielleicht doch irgendwelche dämonische Kräfte hinter den Worten, die das Leben der Menschen beeinflussten, wenn sie diese immer wieder durch lautes Singen bekannten? Sollte diese Art von Musik vielleicht eine Tür in eine Welt öffnen, die genauso existiert wie unsere sichtbare Welt?
Sollten dieser Satan und die Dämonen, die in den Texten lautstark besungen werden, Wirklichkeit sein? Bald sollte ich auch auf diese Frage eine Antwort bekommen, die ich nicht erwartet hätte.
Nun ging es darum, dass wir uns als neue Gruppe behaupteten. Das hieß, dass wir von den anderen gesehen werden mussten, d.h. bei Schlägereien dabei sein oder in gewisse Stadien fahren mussten, die dafür bekannt waren, dass sie eine gute Hooligan?Szene haben. Denn in diesen Stadien sah man die wahren Fans. Einige Jahre lang fuhr ich mit den Red Devils auf Spiele im In- und Ausland. Die Spiele selbst wurden für mich irgendwann zur Nebensache. Mir ging es darum, meine Aggressionen loszuwerden. Es war wie eine Sucht. Um jedoch meine Stellung in unserer Gruppe halten zu können, sorgte ich immer dafür, dass ich betrunken war, bis wir im Stadion ankamen, und somit keine Hemmungen mehr hatte. Alkohol und Drogen wurden gute Freunde von mir.
Wir fanden es einfach gut. Wir lebten unser Leben, wie wir es wollten. Wir rebellierten gegen alles, was uns irgendwie prägen wollte. Und wir dachten dabei, wie stark wir doch seien, ohne zu erkennen, wie belogen wir waren.
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